Selbstständig machen als Coach – wie geht das?

Der Artikel bietet einen umfassenden Überblick über das Berufsfeld des Coachings, einschließlich der verschiedenen Spezialisierungen und Anwendungsbereiche. Er betont die notwendigen Fähigkeiten und Eigenschaften, um als Coach erfolgreich zu sein, und bietet konkrete Schritte für diejenigen, die sich selbstständig machen möchten. Die Erwähnung von Dagmar Schulz und ihres Unternehmens 1a-STARTUP bietet den Lesern eine konkrete Anlaufstelle für professionelle Beratung und Unterstützung.

Von
Dagmar Schulz
2. Januar 2024
Minuten
Traumberuf Coach? Unser Leitfaden für alle, die sich damit selbstständig machen wollen

Inhaltsübersicht

Das Berufsfeld des Coaches erfreut sich in der heutigen Zeit stark zunehmender Beliebtheit. Gerade bei ehemaligen Führungskräften entsteht oft der Wunsch, das erworbene Wissen und die umfassende Erfahrung als Coach weiterzugeben. Laut Einschätzung des “Coaching Newsletter” gibt es in Deutschland über 10.000 seriöse selbstständige Coaches und Berater, und täglich kommen weitere hinzu. Nicht nur die Anzahl der Coaches steigt stetig, sondern auch die Bandbreite der abgedeckten Themen und Spezialisierungen wird immer vielfältiger. Seit der Corona-Pandemie hat sich außerdem das Angebot an Online-Coachings vervielfacht. Viele Trainer bieten neben Coachings für Privatpersonen und Firmen auch Mediation, Supervision und psychologische Beratung an.

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Aus- oder Weiterbildung zum Coach zu absolvieren, um sich selbstständig zu machen, oder sich fragen, ob Sie für diesen Beruf überhaupt geeignet sind, dann haben wir in diesem Blog-Artikel einige interessante Informationen zum Berufsfeld Coaching für Sie zusammengestellt.

Was macht ein Coach eigentlich genau?

Coaching könnte man frei mit “Hilfe zur Selbsthilfe” übersetzen. Ein Coach oder Berater versucht, seine Kunden durch gezielte Fragen dabei zu unterstützen, selbst die Lösung für ein bestimmtes Problem zu finden. Diese Herausforderungen können in allen möglichen Lebensbereichen auftreten, sei es im Beruf, im Privatleben, in Beziehungen oder im Bereich der Gesundheit. Themen wie Stressmanagement, Identitätsfindung, Selbstorganisation, Aufbau und Festigung des eigenen Selbstvertrauens, Entdecken der eigenen Stärken und der Umgang mit Schwächen, das Wiederfinden der Intuition, Bewältigung von Verlust oder Trennung, Veränderungsprozesse, die Suche nach neuen Betätigungsfeldern und vieles mehr können Gründe sein, warum Menschen einen Coach aufsuchen. Oftmals fühlen sie sich an einem Punkt festgefahren oder drehen sich im Kreis, da sie das Gefühl haben, bereits alles versucht zu haben, ohne Veränderung zu erleben.

Aufgaben eines Coaches

Als Coach ist es nicht Ihre Aufgabe, Lösungen für die Anliegen Ihrer Kunden zu finden, sondern sie so zu unterstützen, dass sie selbst die Lösung erkennen. Gerade bei notwendigen Verhaltensänderungen ist die Chance, dass ein Mensch neue Wege konsequent geht, höher, wenn er die Lösung selbst erkennt. Ein Aufdrängen von außen führt häufig zu Frustration, Widerstand oder fehlendem Willen zur Veränderung. Erst wenn bei der Person selbst der “Aha”-Moment eintritt, können neue Prozesse in Gang gesetzt und dauerhaft beibehalten werden.

Coaches werden von Unternehmen engagiert, beispielsweise wenn die interne Zusammenarbeit nicht reibungslos funktioniert oder Veränderungen anstehen, die mit Einschnitten oder Neuerungen verbunden sind. Privatpersonen suchen einen Coach oft auf, wenn sie in ihrem aktuellen Job nicht mehr glücklich sind, aber keine klare Vorstellung davon haben, was danach kommen könnte. Oder wenn sie immer wieder in die gleichen Verhaltensmuster verfallen, sich beispielsweise ausnutzen lassen oder ihre Beziehungen häufig im Streit enden.

Gerade in Zeiten von Corona hat man vermehrt Angebote von Coaches in sozialen Medien gesehen, doch bereits zuvor haben Trainer und psychologische Berater immer mehr Aufgaben übernommen, die früher ausschließlich Psychologen oder Psychotherapeuten vorbehalten waren.

Vorsicht im Bereich der psychologischen Beratung

Insbesondere im Bereich der psychologischen Beratung ist Vorsicht geboten, da dieser oft mit dem Begriff Coaching vermischt wird. Bei psychischen Erkrankungen sind Sie als Coach nicht der richtige Ansprechpartner. Sollten Sie auf jemanden stoßen, der ärztliche Hilfe benötigt, sollten Sie sofort handeln und die Person an einen Fachmann weiterverweisen. Allerdings kann Coaching als Begleitung zur Psychotherapie durchaus sinnvoll sein.

Welche Arten von Coaches gibt es?

Das Schöne am Beruf des Coaches ist, dass Sie Ihre individuellen Stärken einbringen und Ihre Coaching-Nische nach Ihren Fähigkeiten und Interessen auswählen können. Der Bedarf ist in nahezu allen Lebensbereichen vorhanden:

Gesundheitscoach

Wie der Name schon sagt dreht sich bei dieser Art von Coaching alles um das Thema Health, also Gesundheit. Als Health Coach unterstützt du deine Klienten z. B. dabei, ihre Abnehmziele zu erreichen oder sich einfach allgemein gesünder zu ernähren, Laster wie das Rauchen aufzugeben oder sich mehr zu bewegen.

Karrierecoach

Karrierecoaching wird auch als Jobcoaching, berufliches Coaching oder Laufbahnberatung genannt. Der Begriff Karriere bedeutet dabei nicht das, was man allgemein als Karriere bezeichnet, also das Erklimmen einer Karriereleiter. Es geht vielmehr darum, im Berufsleben seinen ganz eigenen Weg zu finden, der zur Persönlichkeit, den eigenen Zielen, Stärken und Fähigkeiten und nicht zuletzt zur Arbeitsmarktsituation passt.

Führungskräfte Coaching

Diese Art des Coachings wird auch Executive Coaching genannt und beschäftigt sich mit den Herausforderungen, vor denen Führungskräfte in modernen Unternehmen stehen. Die Rolle einer Führungskraft und die Anforderungen an so eine Position haben sich im Laufe der letzten Jahre stark geändert. Executive Coaches führen Einzel- oder Gruppencoachings durch in Unternehmen und helfen Führungskräften dabei, ihre neue Rolle anzunehmen und die Fähigkeiten zu entwickeln, die heutzutage nötig sind, um Menschen und Unternehmen zu führen.

(Psychologischer) Businesscoach

Business Coaches unterstützen Menschen in allen Bereichen rund um das Thema Business und Beruf. Die Klienten können dabei sowohl Angestellte als auch Selbstständige sein. Dabei werden Fragen wie: „Welche Ressourcen habe ich und wie kann ich diese aktivieren und sinnvoll einsetzen? oder „Wie gehe ich mit Veränderungsprozessen im Job um?“ besprochen, Ziele definiert und neue Perspektiven entwickelt.

Häufig wird neben einem Fernstudium oder einer Weiterbildung auch der „Psychologische Berater“ angeboten – nicht zu verwechseln mit einem Psychologiestudium. Psychologische Berater konzentrieren sich nicht auf einen Lebensbereich, sondern bieten Unterstützung zu allgemeinen Fragen des Lebens. Das fügt dem Businesscoach eine private Komponente hinzu, denn häufig sind Verhaltensmuster auf viele Lebensbereiche übertragbar.

Teamcoach

Hier geht es um Trainingsangebote für Arbeitsteams in Unternehmen, die gemeinsam wachsen und positiven Einfluss auf die Teamdynamik nehmen möchten. Nicht selten entstehen in Unternehmen Spannungen, weil es innerhalb einer Abteilung oder eines Teams Streitigkeiten über Kompetenzen oder persönliche Missverständnisse gibt. Diese sind häufig am besten mithilfe einer neutralen Vermittlungsperson lösbar – genau hier kommt ein Teamcoach ins Spiel.

Dating- oder Beziehungscoach

Besonders Dating Coaches haben in Zeiten von Dating-Apps und Social Media extremen Zulauf, weil es gerade jüngeren Menschen immer schwerer fällt, die oder den Richtigen zu finden. Ein Dating Coach gibt Tipps, analysiert das Datingverhalten sowie die Wünsche des Klienten.

Ein Beziehungscoach ist zur Stelle, wenn der erste Schritt (die Partnersuche) erfolgreich geschafft ist und es zu Problemen innerhalb einer Beziehung kommt. Bevor es Beziehungscoaches gab, war ein Paartherapeut der erste Ansprechpartner für Paare, die Unterstützung benötigen.

Lerncoach

Lernen kann man lernen – wie man erfolgreich lernt, vermittelt ein Lerncoach in Kursen, Einzel- oder Gruppencoachings oder Workshops. Zu den Klienten gehören Schüler, Studenten, Eltern, Unternehmen und Institutionen, Azubis oder Weiterbildungseinrichtungen.

Vertriebscoach

Wer Produkte anbietet, ist auf einen gut funktionierenden Vertrieb angewiesen, denn ohne Verkauf kein Umsatz. Egal, ob der Vertrieb online stattfindet, im stationären Handel, im Direktvertrieb oder auf eine andere Art und Weise – ein Vertriebscoach verfügt in der Regel über viele Jahre Berufserfahrung in dem Bereich und unterstützt Unternehmen beim Aufbau eines erfolgreichen Vertriebsweges bzw. Vertriebsnetzes.

Life Coach

Trennung, Verlust, Veränderungen, Alter, Sinnsuche, Selbstbewusstsein und Selbstwert und und und – ein Life Coach unterstützt Klienten bei allem, was zum Leben dazugehört. Dabei stehen die Klienten häufig Herausforderungen gegenüber, die sie alleine nicht bewältigen können bzw. bei denen sie sich im Kreis drehen. Ein Lift Coach (Lebensberater) hilft dabei, neue Perspektiven und eigene Ressourcen zu entdecken, Muster zu durchbrechen und mehr Lebensqualität und Zufriedenheit im Leben empfinden.

Es gibt noch viele weitere Coaching-Angebote wie Wellness Coaching, Entspannungscoaching oder Peer Coaching. Manchmal überschneiden sich die Themenbereiche auch, zum Beispiel beim Personal Coaching.

Wer kann sich als Coach selbstständig machen?

Grundsätzlich ist der Beruf des Coaches nicht gesetzlich geschützt, und es gibt keinen einheitlichen Ausbildungsweg, um sich als Coach selbstständig zu machen. Jeder kann theoretisch Coach werden, aber dies macht nur Sinn, wenn Sie die erforderliche fachliche Qualifikation durch eine geeignete Aus- oder Weiterbildung erwerben und regelmäßig Fortbildungen absolvieren. Von Vorteil ist auch eine umfassende Expertise auf einem bestimmten Gebiet, sei es Team-Building, Stressmanagement oder Coaching für spezielle Branchen oder Zielgruppen. Nur so können Sie sich in einer Nische positionieren und sich von der Konkurrenz abheben.

Wer ist geeignet, sich als Coach selbstständig zu machen?

Sie sollten über ausgeprägte Empathie und Menschenkenntnis verfügen und Freude daran haben, anderen Menschen zu helfen. Es sollte Ihnen Spaß machen, Lösungen zu finden und Ihre Kunden auf ihrem Weg zur Lösungsfindung zurückhaltend, aber dennoch entschieden zu unterstützen. Darüber hinaus sollten Sie in der Lage sein, eine gewisse emotionale Distanz zu Ihren Kunden aufzubauen, da Sie häufig mit ihren Problemen, Sorgen, Ängsten und Nöten konfrontiert werden. Ein kompetentes, ruhiges, professionelles Auftreten sowie Souveränität, Freude im Umgang mit verschiedenen Persönlichkeiten und Durchsetzungsfähigkeit sind ebenfalls wichtige Eigenschaften eines guten Coaches.

Wer beauftragt einen Coach?

Die Entscheidung, einen Coach zu beauftragen, fällt in der Regel dann, wenn es in einem Bereich “brennt” oder Hilfe beim Erreichen von persönlichen oder beruflichen Zielen benötigt wird. Ein Coach wird selten konsultiert, wenn alles reibungslos verläuft. Vielmehr suchen Menschen Unterstützung, wenn sie vor Herausforderungen stehen oder Veränderungen in ihrem Leben oder ihrer Karriere anstreben. Dies bedeutet für Sie als Coach, dass Sie oft an den Erfolgen Ihrer Kunden gemessen werden – eine Verantwortung, die nicht unterschätzt werden sollte.

Während eines Coachings ist es entscheidend, dass Sie in der Lage sind, Ihre Vorgehensweise zu erklären und sich selbst mit Ihren eigenen Vorstellungen und Meinungen zurückzunehmen. Das Coaching dreht sich um die Wünsche, Ziele und Einstellungen Ihrer Kunden, die sich mitunter erheblich von Ihren eigenen unterscheiden können. Es ist wichtig, dass Sie diese Unterschiede respektieren und in Ihrer Beratung berücksichtigen, auch wenn es manchmal schwerfallen kann, Ihre eigene Meinung zurückzuhalten.

Um ein erfolgreicher Coach zu sein, sollten Sie möglichst vielfältige Erfahrungen in verschiedenen Lebensbereichen gesammelt haben, sowohl privat als auch beruflich. Dies ermöglicht es Ihnen, sich in unterschiedliche Persönlichkeiten und Situationen hineinzuversetzen und bei der Suche nach passenden Lösungen zu unterstützen. Geduld, Verständnis und Weitsicht sind dabei gefragte Eigenschaften.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Vorabüberlegungen

Wenn Sie in Erwägung ziehen, eine Ausbildung zum Coach zu absolvieren und sich selbstständig zu machen, gibt es einige rechtliche und organisatorische Aspekte zu berücksichtigen:

  1. eiberufliche Tätigkeit oder Gewerbe: Sie müssen entscheiden, ob Ihre Tätigkeit als Coach als freiberufliche Tätigkeit im einkommensteuerlichen Sinne einzustufen ist oder ob es sich um ein Gewerbe handelt. Die genaue Einstufung hängt von Ihrer Tätigkeit ab und sollte sorgfältig geprüft werden.
  2. Unternehmensform: Überlegen Sie, welche Unternehmensform für Sie am besten geeignet ist. Dies könnte beispielsweise eine Einzelunternehmung, eine GmbH oder eine UG sein.
  3. Preisgestaltung: Kalkulieren Sie Ihre Preise sorgfältig, um Ihre Kosten zu decken und einen angemessenen Gewinn zu erzielen.
  4. Arbeitsplatz: Überlegen Sie, ob Sie ein Büro benötigen oder ob Sie von zu Hause aus arbeiten können, wobei ein professionelles Ambiente gewährleistet sein sollte.
  5. Ausbildung: Wählen Sie eine geeignete Ausbildung oder Weiterbildung zum Coach aus. Es gibt zahlreiche Anbieter, auch Online-Kurse, die in Betracht gezogen werden können.
  6. Praxiserfahrung: Berücksichtigen Sie die Bedeutung von praktischer Erfahrung in Ihrem Fachgebiet.
  7. Konkurrenz: Analysieren Sie die Konkurrenz in Ihrer Region und überlegen Sie, wie Sie sich von anderen Coaches abheben können.
  8. Nische: Erkennen Sie, in welchem Bereich Sie sich spezialisieren möchten und wie Sie eine Nische für sich finden können.
  9. Marketing: Überlegen Sie, wie Sie auf sich aufmerksam machen und Ihre Dienstleistungen erfolgreich vermarkten können.

Die Beantwortung dieser Fragen und die Festlegung aller Rahmenbedingungen sollten in einem sorgfältig ausgearbeiteten Businessplan dokumentiert werden. Ein gut durchdachter Businessplan ist ein wertvolles Instrument, um Ihre Selbstständigkeit erfolgreich zu planen und zu starten.

Stichwort Businessplan für einen Coach

Der eigene Businessplan ist immer der erste Schritt hin zu einer Selbstständigkeit, das gilt auch für den Beruf des Coaches. Ein solider, aussagekräftiger Businessplan enthält z. B. eine Analyse des Marktes und beleuchtet die Konkurrenzsituation in Ihrem Umkreis. In ihm finden sich auch Angaben zu Ihrer Zielgruppe und natürlich dürfen auch finanzielle Aspekte nicht fehlen. Während Ihres gesamten Unternehmerlebens ist der Businessplan ein ganz wichtiges Hilfsmittel, auf das Sie immer wieder zurückgreifen können. Je gründlicher Sie den Businessplan vor der Gründung mit Inhalt „füttern“, desto weniger Gefahr laufen Sie, auf unvorhergesehene Hürden zu stoßen und Ihr Ziel aus den Augen zu verlieren.

Mehr Informationen zum Thema Businessplan können Sie hier finden: Businessplan Vorlage.

1a-STARTUP hilft angehenden Coaches kompetent weiter!

Dagmar Schulz hat bereits viele Coaches auf ihrem Weg in die berufliche Selbstständigkeit begleitet. Ihr umfangreiches Know-how ermöglicht es ihr, die Herausforderungen und Chancen des Coach-Berufs genau zu verstehen.

Wenn Sie darüber nachdenken, sich als selbstständiger Coach zu etablieren, empfehlen wir Ihnen, Kontakt aufzunehmen und sich umfassend beraten zu lassen. Dies kann Ihre Chancen erhöhen, erfolgreich in Ihre neue berufliche Zukunft zu starten. Beachten Sie auch, dass die Beratung möglicherweise durch einen AVGS Aktivierungsgutschein der Arbeitsagentur vollständig gefördert werden kann (egal in welcher Stadt Sie gründen).

Es kann jeder Teilnehmen egal in welcher Stadt gegründet wird!
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