Im Team gründen - Vorteile
Sind Sie jemand, der gerne alleine arbeitet? Der die Ruhe schätzt und die Freiheit, bei einer getroffenen Entscheidung niemandem Rechenschaft schuldig zu sein? Oder sind Sie eher ein Mensch, der die Kommunikation mit anderen bei der Arbeit braucht? Der gemeinsame Mittagessen liebt und ohne Austausch unglücklich ist? Nicht immer ist es nur eine Frage des Typs, ob Sie alleine gründen oder mit Partnern bzw. Mitarbeitern in die eigene Selbstständigkeit starten. Denn nicht jede Geschäftsidee lässt sich als Einmannbetrieb führen. In diesem Fällen haben Sie keine Alternative, Sie müssen sich mit dem Thema Teamgründung bzw. Personal beschäftigen und kluge Entscheidungen für die Zukunft Ihres Unternehmens treffen. 

Wie finde ich das richtige Team für meine Existenzgründung?

Zuerst einmal muss man unterscheiden zwischen Mitarbeitern, die quasi FÜR Sie arbeiten und Partnern, die MIT Ihnen zusammen ein Business gründen. Die gewünschten Eigenschaften sind mitunter völlig verschieden und auch das Verhältnis untereinander ist ein anderes.

Die passenden Geschäftspartner finden

Wenn Sie sich entschieden haben, zusammen mit (gleichberechtigten) Geschäftspartnern eine Idee in die Tat umzusetzen, sollten Sie sich bei der Wahl des richtigen Teams Zeit lassen. Es gibt einige Vorüberlegungen, die es zu bedenken gibt. Schließlich dauert diese Zusammenarbeit im Idealfall viele Jahre an, in denen Sie sich mitunter täglich mehrere Stunden lang sehen. Darüber hinaus werden Sie zumindest die großen Entscheidungen nur in Absprache mit den anderen Gründern treffen können und müssen sicher öfter diskutieren und Kompromisse finden. Fragen Sie sich daher also unbedingt vorher:
• Bin ich kompromissbereit?
• Kann ich damit umgehen, überstimmt zu werden?
• Kann ich Kontrolle abgeben?
• Möchte ich (viel) Zeit mit Diskussionen verbringen?

Ihre Mitgründer sollten, ebenso wie Sie übrigens, außer geschäftlicher und fachlicher Kompetenz einige weitere, persönliche Eigenschaften mitbringen, ohne die eine friedliche, erfolgreiche Zusammenarbeit nicht möglich ist. Neben Kompromissfähigkeit und der Freude am Austausch mit anderen geht es bei Teamfähigkeit vor allem um eins: lösungsorientiertes Denken und Handeln. Sobald nur einer der Partner mehr seinen persönlichen Erfolg und Status in den Fokus stellt, wird es schwierig. Jede Entscheidung sollte nur dem Unternehmen dienen und nicht dem persönlichen Vorteil. Dafür ist wichtig, dass sich jeder einzelne wertgeschätzt fühlt, menschlich und finanziell. Sollten einzelne Partner mehr oder weniger verdienen als andere, muss dies klar begründet werden, z. B. aufgrund längerer/kürzerer Arbeitszeit.

Sie sollten im Team alle die gleichen Ziele haben und diese auch schriftlich, etwa in Ihrem Businessplan, festlegen. Nur so können Missverständnisse bei Teamgründungen vermieden werden. Zudem sollte sich das Team einig sein über Dinge wie Firmenphilosophie, Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und externen Dienstleistern sowie über die Außendarstellung und -kommunikation. Nur wenn Sie in einer Sprache sprechen und als Einheit auftreten, können Sie die komplette Stärke eines guten, eingespielten Teams nutzen. Eine Teamgründung hat neben all ihren Risiken nämlich auch viele Vorteile. Sie können Kompetenzen und Stärken bündeln, schauen gemeinsam auf viel mehr Berufserfahrung zurück und haben unterschiedlichste Menschen kennengelernt. Auch das (finanzielle) Risiko lastet nicht alleine auf Ihren Schultern. Sie haben u. U. mehr Kapital zur Verfügung und Ihr Netzwerk vervielfacht sich mit einem Schlag. Nicht zuletzt sind Sie nicht immer alleine im Büro und können sowohl Rückschläge als auch Erfolg mit anderen teilen.
Wichtig ist, dass es einerseits menschlich passt und dass andererseits die nötigen fachlichen Kompetenzen vorhanden sind, um wirklich gleichberechtigt zu sein. Lassen Sie sich unbedingt bezüglich der Wahl der richtigen Geschäftsform von einem Experten beraten. Alles, was Sie vorab in Ihrem Businessplan schriftlich festlegen, wird Ihnen im Laufe Ihrer ersten Gründungsjahre sehr helfen. 
 
Tipp: Wenn Sie darüber nachdenken, mit Freunden zu gründen, überlegen Sie sich dies besonders gründlich. Sobald Geld ins Spiel kommt, besonders bei Rückschlägen, wird eine Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Sprechen Sie offen über diese Dinge, je früher desto besser. Und seien Sie vor allem ehrlich zu sich selbst und zu Ihren Freunden.

Die richtigen Mitarbeiter finden

Etwas anders sieht es aus, wenn es darum geht, Mitarbeiter für Ihr Unternehmen zu finden. Was erwarten Sie von einem guten Mitarbeiter? Was ist Ihnen neben den üblichen Dingen wie Fachkenntnis, Pünktlich- und Zuverlässigkeit noch wichtig? Welche Eigenschaften sind für das Unternehmen wichtig? Das können Dinge sein wie:
• Eigenständiges Arbeiten
• Hohe Motivation
• Ein gewisses Maß an unternehmerischem Denken
• Kreativität
• Ehrlichkeit
• Stressresistenz
• Freundlich/sicher im Umgang mit Kunden etc.
• Bereitschaft, sich weiter zu bilden
• Langfristig an der Tätigkeit interessiert
• Usw.
Besonders knifflig: Man lernt eine Person in einem Vorstellungsgespräch nur kurz kennen und die wenigsten Bewerber sind in so einer stressigen Situation sie selbst. Und 100%ig ehrlich wahrscheinlich auch nicht … Wie also findet man also gute Mitarbeiter?
Ein Weg kann über ein Praktikum führen, in dem Sie und Ihr potentieller Mitarbeiter sich „beschnüffeln“ können. Sie lernen einzuschätzen, welche Stärken und Schwächen jemand mitbringt und ob er zum restlichen Team passen könnte. Auf der anderen Seite kann Ihr Mitarbeiter für sich herausfinden, ob er den Job wirklich machen möchte. Ein Gewinn für beide Seiten, vor allem ist Ihr finanzielles Risiko erst einmal gering. Sie sollten bei guten Praktikanten allerdings nicht an einer leistungsgerechten Bezahlung sparen. Es ist auch keine sinnvolle Überlegung, dauerhaft Praktikanten einzustellen, nur um Kosten zu sparen. Wenn Sie von einem Praktikanten überzeugt sind, sollten Sie ihm eine feste Anstellung anbieten und Zeit in seine weitere Einarbeitung investieren. Auf Dauer sind gute Mitarbeiter ihr Geld immer Wert und eine wichtige Konstante in Ihrem Unternehmen.
Auch Online-Jobbörsen sind eine gute Möglichkeit, Mitarbeiter zu finden. Sie können Ihre Suche eingrenzen und sparen sich so vielleicht das eine oder andere unnötige Gespräch. Etwas altmodisch, aber oft von Erfolg gekrönt, ist die gute alte Anzeige in der (lokalen) Tages- oder Wochenzeitung. Der Vorteil hier ist der Standort. Die Bewerber werden wahrscheinlich nah an Ihrem Unternehmen wohnen und haben somit keine langen Arbeitswege oder sogar einen berufsbedingten Umzug vor sich. Auch in Fachzeitschriften gibt es Stellenanzeigen, hier ist der Vorteil die Fachbezogenheit. Die Chance, einen Mitarbeiter mit den gesuchten Interessen und Fähigkeiten zu finden, ist höher, je gezielter Sie Ihre Suche platzieren.
Noch höher ist die Trefferquote, wenn Sie Ihre Vorstellungen so genau wie möglich in einer Stellenanzeige formulieren. Was soll Ihr künftiger Angestellter mitbringen? Was ist unabdingbar, was optional? Und was können Bewerber von Ihnen und Ihrem Unternehmen erwarten?
Tipp: Viele Unternehmen nutzen ihre Stellenangebote auch, um Werbung für ihr Unternehmen zu machen. Nutzen Sie die Chance, Ihre Stärken zu präsentieren und zeigen Sie, was für ein toller Arbeitgeber Sie sind. Denn: Jeder zufriedene Mitarbeiter kann zum Kunden und zudem zum Multiplikator für Ihre Botschaft werden. Je positiver Sie auf verschiedenen Ebenen wahrgenommen werden, desto mehr wird Ihr so geschaffenes Image zu Ihrem Geschäftserfolg beitragen.

Organisatorisches und Rechtliches zum Thema Personal

Bedenken Sie, dass die Personalbuchhaltung nicht mal eben so gemacht ist. Abrechnungen müssen geschrieben werden – das geht nur, wenn Sie eine entsprechende Software kaufen bzw. ein eigenes System dafür programmieren lassen. Urlaub muss geplant werden, Sozialabgaben geleistet und ggf. spezielle Versicherungen abgeschlossen werden. So kann eine Schadenshaftpflicht sinnvoll sein, etwas bei Schäden, die Ihre Mitarbeiter beim Kunden verursachen. Oftmals wird auch eine Unfall- und betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen oder eine andere Absicherung zur Altersvorsorge. Können Sie all dies fachlich und zeitlich leisten oder müssen Sie dafür eine Fachkraft einstellen? Und was ist, wenn Mitarbeiter krank werden? Wie bereiten Sie sich auf den Ausfall vor? Können Sie, falls erforderlich, Kündigungen aussprechen?

Freie Mitarbeiter, Mini- und Midijob und Mindestlohn

Ein freier Mitarbeiter, der auf Rechnung arbeitet, ist grundsätzlich die einfachste Lösung. Sie sind finanziell nicht gebunden, können je nach Bedarf Leistungen einkaufen und sparen sich zusätzliche Lohnnebenkosten und Verwaltungsaufwand. Beachten Sie hier aber bitte, dass Sie keine Scheinselbstständigkeit bieten, wenn der Mitarbeiter z. B. nur Sie als Auftraggeber hat oder gleichbleibende monatliche Dauerzahlungen als eine Art Gehalt gezahlt werden. Eine solche Situation sollten Sie unbedingt vermeiden, da Sie sonst Sozialversicherung und Lohnsteuer nachträglich zahlen müssen.
Sie sind als Unternehmer in Deutschland gesetzlich an den Mindestlohn gebunden, d. h. ein Stundenlohn darunter ist nicht zulässig. Grundsätzlich ist es sowieso nicht clever, seine Mitarbeiter finanziell extrem kurz zu halten – es sei denn, es geht überhaupt nicht anders aufgrund der finanziellen Situation Ihres Unternehmens. Motivation entsteht auch durch eine leistungsgerechte Bezahlung, entsprechend kann eine (gefühlte) Unterbezahlung gleichgesetzt werden mit fehlender Wertschätzung und das treibt nicht gerade zu Höchstleistungen an.
Wenn Sie eine 450 Euro-Kraft einstellen, müssen Sie dies bei der Minijobzentrale melden, an die auch die Sozialabgaben abgeführt werden. Die monatliche Gesamtbelastung für Sie liegt insgesamt ca. bei 610 Euro. Wenn Sie stattdessen einen Midijob vergeben, sind die Lohnnebenkosten niedriger und Sie können für verhältnismäßig wenig Geld mehr Stunden „einkaufen“. Alle Informationen zu den einzelnen Beschäftigungsarten finden Sie auch auf
https://www.minijob-zentrale.de.

Mögliche Zuschüsse für die Einstellung von Mitarbeitern

Ein weiterer Weg, Mitarbeiter zu finden, führt über die Agentur für Arbeit. Hier finden Sie Stellengesuche, die bereits aufbereitet wurden und die Kontaktaufnahme zum Bewerber ist sehr einfach. Stellen Sie als Arbeitgeber Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein, die arbeitslos sind und deren Vermittlung wegen in ihrer Person liegender Gründe erschwert ist bzw. die als langzeitarbeitslos eingestuft sind, können Sie einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt zum Ausgleich der Minderleistung erhalten (mehr Info s. www.arbeitsagentur.de). Bei dem sogenannten Eingliederungszuschuss handelt es sich um eine Ermessensleistung, sodass Sie sich bei Ihrer örtlichen Arbeitsagentur beraten lassen sollten, falls diese Förderung für Sie in Frage kommt.
Die Höhe und Dauer des Zuschusses richtet sich nach dem Umfang der Minderleistung des Mitarbeiters und nach dem Eingliederungserfordernis. Bedenken sollten Sie, dass u. U. eine längere Einarbeitungszeit eingeplant werden muss, da der neue Mitarbeiter ggf. seit Jahren nicht mehr am Berufsleben teilgenommen hat bzw. aus einer ganz anderen Branche kommt. Suchen Sie gezielt nach Fähigkeiten und Eigenschaften, die für Sie wichtig und für Ihr Unternehmen förderlich sind. Der Zuschuss alleine sollte kein Grund sein, einen vielleicht weniger geeigneten Mitarbeiter einzustellen. Prüfen Sie sorgsam, ob Ihre Entscheidung langfristig sinnvoll ist oder ob Sie Ihre Mitarbeiter auf einem anderen Weg finden möchten.

1a-STARTUP berät Sie auf Ihrem Weg zum Chef

Dagmar Schulz, Gründerin und Inhaberin von 1a-STARTUP aus Düsseldorf, berät Sie gerne auch zum Thema Personal oder Teamgründung. Durch ihr umfangreiches Netzwerk und aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung mit Existenzgründern kann sie Sie dabei unterstützen, die richtigen Personen für Ihr Unternehmen zu finden und Sie in allen Führungsfähigkeiten zu coachen, die Sie als guter Chef mitbringen sollten. Vereinbaren Sie unverbindlich ein Vorabgespräch und erkundigen Sie sich nach den verschiedenen Angeboten, z. B. auch zu den Themen Businessplan, Förderung, Finanzierung, Marketing und Vertrieb.
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