Speaker Existenzgründung

So werden Sie zum gefragten Experten auf Ihrem Gebiet

Haben Sie sich bei Interviews mit Experten zu bestimmten Themen auch schon einmal gefragt: Wie wird man eigentlich zum Experten? Und haben Sie bei Interviewpartnern aus Ihrer Branche auch gedacht: Na, das hätte ich auch gewusst bzw. das kann ich auch? Wieso stehe ich nicht da und werde zu dem Thema gefragt?
Vielleicht denken Sie, dass man dafür jahrelange Berufserfahrung oder ein ganz außergewöhnliches Geschick benötigt. Seien Sie beruhigt – man muss dafür nicht unbedingt Jahrzehnte im Geschäft sein. Voraussetzung ist natürlich schon, dass Sie wirklich etwas zu bieten haben und Kompetenz mitbringen. Das hängt aber nicht zwangsläufig mit der Anzahl der Berufsjahre zusammen. Denken Sie an die vielen Start-Ups aus der IT-Branche, deren junge Gründer oft zu Themen wie Digitalisierung etc. eingeladen und befragt werden. Auch Existenzgründer können sich also selbst den Status eines Experten erarbeiten, mit den richtige Mitteln und Kontakten.

Sie haben es selbst in der Hand, ob aus Ihnen ein Experte wird – und das ist ein nicht zu unterschätzender Umsatzfaktor. Das Gefühl, von einem Experten beraten und bedient worden zu sein, gibt Kunden Sicherheit und eine Bestätigung, sich richtig entschieden zu haben. Wer also etwas verkaufen möchte, sollte an seinem Image als Experte feilen.

Was zeichnet einen Experten aus?

Als Experte bzw. Spezialist/Fach- und Sachkundiger wird jemand bezeichnet, der auf seinem Fachgebiet überdurchschnittliche Kenntnisse gesammelt hat. In handwerklichen Berufen zeichnet ein „meisterhaft“ eine besonders gute Arbeit aus, der man die Qualität direkt ansieht. Nicht immer müssen diese speziellen Fähigkeiten durch jahrelanges Training und Ausübung des Berufes erworben worden sein. Auch wenn das gerade für handwerkliches Können oft die Voraussetzung ist. Wenn Sie sich als Existenzgründer in einem kreativen Beruf selbstständig machen möchten, können auch gute Ideen oder ein ausgeprägtes Talent (für Design, Text o. Ä.) aus Ihnen einen Experten machen, der bei Kunden bekannt und gefragt ist.

Wie erfahren potentielle Kunden, dass Sie großartig sind?

Sie können noch so begabt und versiert sein – wenn es keiner weiß, werden Sie nichts verkaufen. Es sei denn, Sie betreiben ein kleines Hotel in den Weinbergen und möchten ein Geheimtipp werden/bleiben. In der Regel aber sollte es in Ihrem Interesse liegen, dass man Sie nach außen als Experte wahrnimmt. Um das zu erreichen, haben Sie viele Möglichkeiten. Zwar müssen Sie nicht alles gleichzeitig „abarbeiten“, aber nur eine Sache herauszupicken ist nicht erfolgversprechend. Überlegen Sie genau, was Ihnen liegt, was Ihnen Spaß macht und wobei Sie sich von Ihrer besten Seite zeigen können. Einige Beispiele:

Halten Sie Vorträge
Wenn jemand auf einer Bühne – egal wie groß sie ist – steht und einen Fachvortrag hält, gibt das der Person automatisch eine Art Expertenstatus. Der Zuschauer denkt wahrscheinlich „Wenn der nicht gut wäre, hätte man ihn nicht eingeladen.“ Einfacher können Sie sich nicht selbst zum Experten machen. Fragen Sie einfach einmal bei Veranstaltungsorten o. Ä. nach, wie die Voraussetzungen/Bedingungen für einen Vortrag sind. Bringen Sie sich auf anderen Vorträgen ins Gespräch und lassen Sie deutlich verlauten, dass Sie auch etwas zu sagen haben, was auf die Bühne gehört. Das muss nicht gleich ein 3-stündiges, abendfüllendes Programm sein. Bei manchen Veranstaltungen, auf denen z. B. mehrere Redner auftreten, reichen schon 30 Minuten oder sogar noch weniger.
Sie denken, das wäre schon viel zu lang? Dass Sie gar nicht wissen, was Sie in der Zeit erzählen sollen? Dann machen Sie sich mal den Spaß und erzählen einem Bekannten oder Familienmitglied etwas zu einem Bereich Ihres Business. Wenn Sie die Zeit stoppen, wundern Sie sich sicher, wie schnell 20 Minuten vorbei sind. Wenn dann noch Fragen am Ende kommen, sind Sie schnell bei einer Stunde. Suchen Sie sich ein Thema aus, für das Sie wirklich brennen und üben Sie vorher ein paar Mal den gesamten Vortrag. Ganz ohne Lampenfieber wird es gerade bei den ersten Malen nicht gehen, aber das bekommen Sie schnell in den Griff. Und außerdem: ohne Aufregung wäre das innere Feuer weg und das brauchen Sie unbedingt für einen begeisternden, lebendigen Auftritt.
Auch wenn Sie mir das jetzt nicht glauben, ich bin auch vor jedem Auftritt mächtig aufgeregt. Sobald ich mich „warm“ geredet habe, stehe ich lichterloh in Flammen :-).
Mein Wissen habe gerade in einem Ratgerber zur Existenzgründung veröffentlicht - hier geht es zum Buch.

Social Media, Blog und Podcast
Die neuen Medien bieten eine Fülle von Möglichkeiten, sich selbst zu präsentieren und am Image eines Experten zu feilen. Warum nicht mal Facebook & Co. für kurze Fach-Videos nutzen. Kompliziertes einfach erklären, Vorteile rausstellen und sich selbst als Fachmann vorstellen – all das geht mit recht einfachen Mitteln. Wenn Sie es gut machen, erzielen Sie so schnell eine sehr große Reichweite und können auf einen Schlag viele neue Kunden gewinnen. Ideen für Content-Möglichkeiten finden Sie auf meiner 1a-STARTUP Facebook-Seite.

Blogbeiträge zu bestimmten Themen aus Ihrem Bereich sind ebenfalls ein guter Weg, seine eigene Kompetenz unter Beweis zu stellen. Je nach Branche bietet es sich an, regelmäßig über bestimmte Aspekte zu berichten, die für Ihre Zielgruppe wichtig sind. Erkennen Sie deren Probleme und Bedürfnisse und richten Sie Ihre Botschaft danach aus. Ein Leser wird Ihren Blog nur dann bis zum Ende lesen und nur dann dauerhaft abonnieren, wenn er für ihn interessant ist. Es geht als einerseits darum, seine Zielgruppe „abzuholen“ und andererseits zu vermitteln, dass Sie auf gut Deutsch der Beste in Ihrem Fach sind. Dass Kunden genau Sie wählen sollen, weil Ihr Angebot unschlagbar ist. Unseren Newsletter erhalten Sie ja auch regelmäßig. Wenn nicht, dann aber schnell anmelden.
Schon einmal daran gedacht, einen eigenen Podcast zu erstellen? Voraussetzung dafür ist neben ein wenig technischem Equipment vor allem Zeit, das Ganze regelmäßig anzubieten. Es bringt nicht viel, wenn Sie nur 2 Sendungen produzieren und danach nichts mehr von sich hören lassen. Es reicht zu Anfang schon, wenn Sie alle vier Wochen etwas Neues bieten und auf Ihren Social Media-Seiten verbreiten. Auch hier gilt: Es wird keiner zuhören, wenn man nicht weiß, dass es Sie und Ihren Podcast gibt. Rühren Sie ordentlich – aber immer professionell – die Werbetrommel für sich und schaffen Sie Aufmerksamkeit für Ihr Können. Es muss Ihnen nicht unangenehm sein, Ihr Wissen/Können/Talent bzw. Ihr besonderes Angebot „anzupreisen“. Das hat nichts mit angeben oder prahlen zu tun, das ist einfach Business. Wenn Sie selbst nicht von sich überzeugt sind – wie sollen es dann andere sein? Sie möchten mehr über das Thema Podcast erfahren? Einen Einstieg dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag vom 17. Juli mit einem Klick.

Besuchen Sie Messen und knüpfen Sie Kontakte
Gerade dann, wenn Sie ein Produkt anbieten, wenn Sie also wirklich etwas vorzeigen können, das man in die Hand nehmen kann, sollten Sie Fachmessen besuchen. Als Besucher können Sie schauen, was die Konkurrenz macht. Sie können sich selbst aber auch bekannt machen und Visitenkarten etc. verteilen. Sprechen Sie über Ihr Business und lassen Sie alle Vorteile einfließen, die Sie gegenüber anderen haben. Wenn Sie selbst ausstellen möchten, macht das nur Sinn, wenn unter den Besuchern auch Kunden sind bzw. Ihre Kunden ebenfalls Unternehmen sind. Jeder Kontakt, den Sie auf so einer Veranstaltung bekommen, erweitert Ihr Netzwerk. Und das ist nur für den schlecht, der keines hat.
Was für Messen gilt, gilt natürlich auch für andere Veranstaltungen, auf denen (mögliche) Partner bzw. Kunden sind. Lassen Sie sich blicken und zeigen Sie Präsenz. Sie wissen nie, mit wem Sie ins Gespräch kommen und dadurch zeigen können, dass Sie etwas von Ihrem Geschäft verstehen. Seien Sie offen für jeden Kontakt. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass völlig unerwartet immer etwas danach entsteht. Vergessen Sie auch nicht, neu gewonnene Kontakte digital zu vernetzen, z. B. auf Xing und Co. Durch die digitale Verbindung ist es leichter, den Überblick zu behalten und Kontakte neu aufzugreifen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

Kleider machen Leute (und Experten)

Auch wenn es oberflächlich erscheint, gibt es einige Dinge, die zu einem professionellen Auftritt einfach dazugehören. Sie müssen sich nicht verkleiden oder sich übertrieben stylen. Ihr Outfit sollte allerdings (auch wenn es selbstverständlich klingt) sauber und gepflegt sein. Wählen Sie etwas, in dem Sie sich wohlfühlen und das Ihr Selbstbewusstsein stärkt. Probieren Sie viele Farben, Stile, Schnitte und Stücke aus, bis Sie merken: Das bin ich. Achten Sie immer besonders auf saubere Schuhe und gepflegte Hände/Nägel/Zähne/Haare. Diese Dinge tragen zu Ihrem Gesamteindruck bei und es gibt kaum eine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck. Ihr Outfit kann noch so beeindruckend sein – wenn wichtige Kleinigkeiten nicht stimmen, kann das zum absoluten Karriere-/Umsatzkiller werden. Achten Sie selbst einmal drauf, was Ihnen an anderen Menschen gut gefällt. Wann wirkt jemand auf Sie kompetent? Woran erkennen Sie einen Experten? Nutzen Sie Ihre Beobachtungen, um die beste Version von sich selbst zu kreieren.

Fazit: Netzwerken, netzwerken, netzwerken

Nicht nur, um als Experte wahrgenommen zu werden, ganz allgemein ist ein großes Netzwerk enorm wichtig für Ihr Unternehmen. Egal, in welchem Bereich Sie sich selbstständig machen, ohne andere Menschen geht es nicht. Jeder Kontakt kann ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Aus Kontakten können Kunden und somit Umsätze werden oder interessante Kooperationen. Wenn man Sie kennt, stellen Sie bereits etwas dar. Überlegen Sie nicht: Was kann mir diese Person bringen? Freuen Sie sich stattdessen über jeden einzelnen Kontakt. Sie können nie wissen, was dahintersteckt und was daraus wird. Ihr Netzwerk wird Ihnen eine große Unterstützung sein, fangen Sie daher so früh wie möglich mit dem Aufbau an. Dadurch bringen Sie sich ins Gespräch und bleiben langfristig präsent. Und das ist die Voraussetzung dafür, dass Sie zum gefragten Experten werden. Lesen Sie auch unsere Tipps zum Netzwerken.