CORONA Soforthilfe-Checkliste für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft werden immer größer und stellen uns vor eine sicher noch nie da gewesene Herausforderung.

Wir alle müssen uns mit den möglichen kurz- und mittelfristigen Problemen unserer Existenz auseinandersetzen.

Die allerersten Corona Hilfs-Maßnahmen haben wir in unserem Beitrag „CORONA – WAS SELBSTSTÄNDIGE/FREIBERUFLER UND UNTERNEHMER WISSEN SOLLTEN“ bereits kompakt zusammengefasst. Hierzu gibt es in Kürze eine Ergänzung der wichtigsten Anlaufstellen je Bundesland, sowie einen aktuellen Stand zu den geplanten staatlichen Corona Hilfspaketen, dem staatlichen Schutzschild und der Beantragung der KFW-Fördergelder und Förderkredite.

Corona Soforthilfeprogramm

Bislang hat jetzt als erstes Bundesland Bayern ein eigenes Soforthilfeprogramm für Selbstständige zugesagt. Hier geht es zu den Informationen der Bayerische Staatsregierung: Informationen. Weitere Bundesländer werden mit eigenen Soforthilfeprogrammen erwartet. 
Aktuell wird eine Fondlösung überlegt, aus dem Mietkosten übernommen werden sollen. 

Soforthilfeprogramm für Künstler- und Kulturschaffende

Für Künstler- und Kulturschaffende laufen bereits Gespräche, welche monetäre Unterstützung für den Verdienstausfall auf Bundesebene zur Verfügung gestellt werden können.

Aktueller Stand 18.03.2020

Im Gespräch ist auch ein sog. Helikoptergeld, bei dem jeder Selbstständige unkompliziert ohne umfangreiche Antragstellung 1.000 Euro als finanzielle Unterstützung erhalten soll. Weiteres ist bislang noch nicht bekannt. Dies ist sicher nicht ausreichend, um eine Existenz zu sichern. 
Von der Bundesregierung wird signalisiert, dass Geld vorhanden ist, nur die Verteilung ist nicht abschließend geklärt. Bei Inanspruchnahme von mehreren Soforthilfen / Fördergeldern wird die Anrechnung untereinander noch diskutiert, was insgesamt die Hilfe für Unternehmer und Selbstständige nicht verbessert. 
Hier sollte jedoch zunächst abgewartet werden, wie sich politisch entschieden wird. Wichtig wäre hier eine schnelle Entscheidung. Wir sollten weiter darauf vertrauen, dass für alle eine finanzielle Unterstützung erfolgen wird.

Die finanzielle Not und Sorge, ist bei vielen Menschen derzeit stark belastet, das öffnet Türen und Tore für vielleicht nicht ganz so seriöse „Rettungsmaßnahmen“ bei denen mit schneller Hilfe geworben wird. Handeln Sie umsichtig, mit gesunder Skepsis und Vorsicht!

Oberste Priorität ist jetzt Ruhe zu bewahren, um weiterhin planvolles Handeln für Ihre Existenz zu gewährleisten.
Wir halten Sie weiterhin mit allen wichtigen Informationen für Ihr Unternehmertum zur Corona Krise auf dem Laufenden.

Jeder Selbstständige muss für die nächsten Wochen und Monate einen groben Masterplan aufsetzen, indem mögliche Entwicklungen und Szenarien überlegt werden. Vor diesem Hintergrund ist im nächsten Schritt zu überlegen, was zu tun ist. Hektisches unüberlegtes Handeln ist eher die falsche Herangehensweise.

Was können Selbstständige, Freiberufler, Unternehmer und auch Kleinunternehmer jetzt schon selbst tun: Checkliste

Bis die staatlichen Hilfspakete beschlossen sind und zur Verfügung gestellt werden, können Selbstständige selbst den Krisenmodus einleiten und einige eigene Maßnahmen ergreifen.

1. Liquidität, Zahlungsfähigkeit

  • Machen Sie mittels einer genauen Aufstellung einen Kassensturz!

  • Prüfen Sie ihre finanzielle Situation vollständig (privat & geschäftlich) und ehrlich. 

  • Nicht notwendige Ausgaben und Investitionen sollten zurückgestellt werden.

  • Welche Reserven können Sie aktivieren?

  • Verhandeln Sie mit Lieferanten und versuchen längere Zahlungsziele zu vereinbaren.

  • Verzichten Sie darauf Skonto oder Rabatte anzubieten.

  • Haben Sie Räume angemietet, sprechen Sie mit Ihrem Vermieter, ob Sie die Mietzahlung stunden können.

  • Reden Sie mit der Bank, der Krankenkasse und dem Finanzamt, um Zahlungen zunächst auszusetzen. Zur Handhabung und neuen Fristen hat der Deutsche Steuerberater Verband e.V. Informationen hinterlegt.

  • Sorgen Sie dafür, dass noch offene Rechnung zeitnah beglichen werden.

  • Wenn vorhanden, sollten Überstunden der Mitarbeiter möglichst abgebaut und keine Minusstunden aufgebaut werden (beachten Sie die für Sie gültigen gesetzlichen Regeln).

    Beantragen Sie bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitergeld – Kontakt.

  • Ist Ihr Betrieb von Tätigkeitsverboten oder Quarantäne betroffen, kann nach § 56 IfSG (Infektionsgesetz) ein Antrag auf Entschädigung bei der jeweiligen zuständigen Behörde gestellt werden (Kontaktdaten folgen).

2. Mitarbeiter Management

  • Finden Sie situationsgerechte und umsetzbare Lösungen für die Mitarbeiterplanung. 

  • Prüfen Sie, ob und in welchem Umfang Kapazitäten herunter gefahren werden können.

  • Ist Homeoffice eine Alternative oder können rollierende Arbeitsgruppen im Betrieb möglich gemacht werden?

  • Ist es denkbar, unbezahlten Urlaub zu gewähren und auch vertretbar um den Betrieb finanziell am Leben zu erhalten?

3. Aktives Kundenmanagement

  • Warten Sie nicht bis sich ihre Kunden bei ihnen melden und reden offen über ihre Situation. Suchen Sie gemeinsam mit nach einer bestmöglichen Lösung in dieser Krisensituation. 

    Das können z.B. Mindestabnahmen, Zahlungsbedingungen, Konditionen und andere Modalitäten sein. 

  • Überlegen Sie, ob Sie Kunden Ihre Produkte oder Dienstleistung zu modifiziert anbieten können z.B. ohne Präsenz dafür online etc.. Gibt es Kooperationspartner, mit denen es jetzt sinnvoll ist zusammen zu arbeiten falls Sie das selbst alleine nicht umsetzen können?

3. Lieferanten

  • Prüfen Sie Ihre Lieferketten und überlegen, ob Sie hier in einen Engpass geraten könnten und suchen gezielt nach Alternativen für den Unternehmensfortbestand.

4. Beantragung von Sonder-Krediten und Fördergeldern

Wie bereits eingangs erwähnt, wird in den nächsten Tagen genaueres erwartet, wie die Beantragung der Förderkredite und der Ablauf in der Praxis aussehen soll. Das ist aktuell (Stand 18.03.2020), noch in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung.

Realistisch betrachtet wären sowohl die Kapazitäten der Hausbanken (über die regulär bislang die Beantragungen und Vorprüfungen geschaltet sind), als auch die der KFW Bank der Antrags- und Bearbeitungsflut nicht gewachsen. Für manchen Unternehmer könnte Factoring (Verkauf von Forderungen) oder Leasing eine kurzfristige Lösung sein, auch hier ist das Gespräch mit der Hausbank zu suchen.

Aufgrund der dynamischen Entwicklung können wir für zwischenzeitliche Änderungen keine Haftung übernehmen.

Hier geht es zu unserer Informationsseite "Corona: Fördermittel & Krisenmanagement für Unternehmen" - melden sich für unseren Newsletter für Updates an.

Bleiben Sie gesund.

Ihre Dagmar Schulz

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