Gründungszuschuss Arbeitsamt, Businessplan

Auch ohne Gründungszuschuss sicher in die Selbstständigkeit starten

Viele Gründer geben dem Traum vom eigenen Business vorschnell auf, weil sie keine Zusage für den Gründungszuschuss erhalten. Natürlich ist der Start in eine berufliche Selbstständigkeit scheinbar einfacher, wenn man mit einer gewissen Summe im Monat rechnen kann. Das gibt etwas mehr Sicherheit, also komplett ohne finanzielle Unterstützung zu beginnen. Dennoch ist es auch ohne Gründungszuschuss sehr wohl möglich, sich erfolgreich selbstständig zu machen – und zwar zunächst mit einer nebenberuflichen Selbstständigkeit. 

Vorteile einer Nebenerwerbsgründung:

Eine Variante der Selbstständigkeit ist eine Gründung im sog. Nebenerwerb. Dabei befinden Sie sich weiterhin in einem Angestelltenverhältnis und machen sich nebenberuflich selbstständig. Das gibt Ihnen auch ohne Gründungszuschuss die Sicherheit, über Summe x im Monat sicher verfügen zu können. Diese Variante des „sanften“ Einstiegs in die Selbstständigkeit hat einige Vorteile zu bieten:

  • Geringeres finanzielles Risiko, weil Sie nicht komplett von Ihrem Unternehmen leben müssen. Dadurch stehen Sie nicht so unter Erfolgsstress. 
  • Ohne finanziellen und zeitlichen Druck können Sie sich Zeit nehmen, um die richtige Zielgruppe zu finden und Kunden zu generieren. Auf diese Weise schaffen Sie frühzeitig Referenzen, die Ihnen in der Zukunft weiterhelfen, neue Kundenkreise zu erschließen. 
  • Sie können in der Praxis austesten, ob Sie wirklich zum Unternehmer taugen und ob Sie über die nötige Disziplin und Motivation verfügen, um erfolgreich selbstständig zu sein. Die Flexibilität und „freien“ Arbeitszeiten als Unternehmer setzen viel Selbstorganisation voraus – das lässt sich jetzt schon einmal trainieren.
  • Gerade in der ersten Testphase Ihrer Geschäftsidee ist der Finanzbedarf häufig nicht ganz so hoch, d. h. dass Sie mit relativ geringen Mitteln starten können. Zugleich können Sie prüfen, ob Ihre Idee auch als hauptberufliche Unternehmung tragfähig ist. 
  • Viele Gründer im Nebenerwerb können zumindest aus einem Teil ihrer Einnahmen ein Polster schaffen, das später im Haupterwerb Sicherheit gibt. Auch können so Anschaffungen getätigt werden, um die Selbstständigkeit auf ein neues Level zu bringen. 
  • Zeitlich werden Sie durch eine Gründung im Nebenerwerb weniger in Anspruch genommen als bei einer „full-time-Gründung“. Allerdings ist die Doppelbelastung auch nicht zu unterschätzen – hier sind eine gute Planung und Organisation essentiell wichtig. 
  • Durch „learning by doing“ können Sie ohne Druck prüfen, welche Stärken Sie bereits mitbringen und bei welchen Eigenschaften und Fähigkeiten noch Optimierungsbedarf besteht. Weiterbildungen, z. B. auf den Gebieten Finanzen oder Marketing, können zu diesem Zeitpunkt gut wahrgenommen werden. Das bereitet die hauptberufliche Selbstständigkeit ideal vor.
  • Grundsätzlich ist ein Scheitern im Fall einer nebenberuflichen Gründung meist weniger einschneidend, als wenn Sie direkt voll durchstarten. Da Sie immer noch Ihr Einkommen aus dem Angestelltenverhältnis haben, fallen Sie im Fall der Fälle nicht ganz so tief. 

Die Gründung im Nebenerwerb hat aber auch einige Nachteile:

  • Da Sie hauptsächlich in Ihrem Angestelltenjob eingebunden sind, fehlt Ihnen unter Umständen die Zeit und Flexibilität, um sich mit voller Konzentration und Kraft auf die Selbstständigkeit zu konzentrieren.
  • Nicht immer ist es einfach, die nötige Disziplin und Motivation aufzubringen, wenn man gedanklich oder zeitlich sehr im Hauptjob eingespannt ist. 
  • Dadurch, dass durch das Haupteinkommen der finanzielle Druck fehlt, kann bei manchen Gründern das nötige Quäntchen Anstrengungsbereitschaft fehlen, um sich auf das „Abenteuer Selbstständigkeit“ einzulassen. Etwas Druck kann dabei helfen, alles für den Erfolg zu geben.
  • Im Falle einer Arbeitslosigkeit ist der abzugsfreie Hinzuverdienst begrenzt, das kann die Motivation und Freude daran, selbstständig zu sein, mindern. 
  • Kunden könnten an Ihrer Ernsthaftigkeit zweifeln, wenn Sie Ihr Unternehmen „nur“ im Nebenerwerb betreiben. Glauben Sie nicht an Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung? Diese Gedanken könnten aufkommen. Das muss nicht sein, kann aber passieren.
  • Unterschätzen Sie nicht die mögliche Doppelbelastung von Angestelltendasein und Selbstständigkeit „nebenbei“. Manchmal müssen Sie am Feierabend arbeiten oder am Wochenende, vielleicht fällt sogar – zumindest zu Beginn – der Urlaub flach. Auch können Sie nicht immer direkt auf Anforderungen (des Marktes o. Ä.) reagieren, das kann frustrieren.
  • Nebenberuflich gründen bedeutet auch viel Geduld, denn es dauert durch die begrenzte Zeit häufig länger, bis sich der Erfolg einstellt und eine realistische Aussage getroffen werden kann, ob das Business für eine eigene Existenz geeignet ist. Halb Schwanger sozusagen ist halt echt schwierig ;-).

Trotz möglicher Nachteile: Auch der langsame Aufbau eines Unternehmens ist besser, als sich überhaupt nicht zu trauen. Manche erfolgreiche Unternehmen sind nicht in Vollzeit entstanden, sondern wurden im Nebenerwerb begonnen. Oft macht die neue Freiheit, die Arbeit und das eigene Angebot so viel Spaß, dass die Lust auf eine hauptberufliche Selbstständigkeit immer mehr wächst. In dem Fall heißt es: Prüfen, ob das Unternehmen als Haupteinnahmequelle rentabel ist und dann endlich ganz ins kalte Wasser springen!

Wichtig: Informieren Sie Ihren Arbeitgeber in jedem Fall über das künftige Nebengewerbe, wenn dies nicht sogar im Arbeitsvertrag festgehalten ist. Außerdem sollten mit dem Nebengewerbe keine Konkurrenzsituation zum Arbeitgeber oder andere Interessenskonflikte entstehen. Beides führt in der Praxis sonst für gewöhnlich zu Streitigkeiten, die nicht selten vor Gericht ausgetragen werden.

Arbeitslos gemeldet – und nebenbei Geld verdienen

Auch wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, dürfen Sie nebenbei eine selbstständige Tätigkeit ausüben. Die nebenberufliche Selbstständigkeit müssen Sie allerdings unverzüglich dem Arbeitsamt melden. Es gelten zudem Bedingungen, die Sie einhalten müssen: 1. Darf der Nebenerwerb 15 Stunden pro Woche und b) ein Monatseinkommen von 165 € nicht überschreiten. Nur dann erhalten Sie weiterhin Arbeitslosengeld ohne Abzüge.

Achtung: das kann jedoch unter Umständen die Beantragung des Gründungszuschusses behindern! Mehr Hintergrund Wissen zum Gründungszuschuss gibt es hier auf einen KLICK.

Tipps für die Existenzgründung im Nebenerwerb:

Beachten Sie bei Ihrer Planung frühzeitig folgende Punkte:

  • Die Geschäftsidee sollte mit geringen laufenden Kosten wie z. B. Miete und Investitionen in Arbeitsmitteln etc. umsetzbar sein.
  • Achten Sie, auch wenn es nur ein „Test“ ist, auf eine solide und realistische Kalkulation Ihrer Preise.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen auch tatsächlich nur stundenweise betrieben werden kann und Sie für Kunden „verfügbar“ sein müssen. 
  • Ihre Geschäftsidee sollte weiteres Entwicklungspotential aufweisen. 
  • Auch Gründungen im Nebenerwerb müssen beim Gewerbeamt / Finanzamt angemeldet werden.

Soziale Absicherung im Nebenerwerb 

Angestellte Nebenerwerbsselbständige zahlen, wie alle Arbeitnehmer, grundsätzlich die Hälfte ihrer Sozialversicherungsbeiträge selbst. Die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber. Arbeitslose sind über die Bundesagentur für Arbeit sozialversichert. Solange die Selbstständigkeit also nebenberuflich ausgeführt wird, benötigt man keine zusätzliche Krankenversicherung, jedoch wird der Beitrag erhöht, gemessen am Umsatz des Nebenerwerbs. Informieren Sie sich vor der Gründung genau bei Ihrer Krankenversicherung, welche zusätzliche Zahlung auf Sie zukommt, um keine böse Überraschung in Form einer Nachzahlung zu erleben. 

Was ist der richtige Weg: neben- oder hauptberuflich selbstständig werden?

Die Frage, ob Sie neben- oder hauptberuflich gründen, hängt stark von Ihrer individuellen Situation ab. Wer einen weitgehend sicheren Job hat, der auch Freude bereitet und ein gutes Einkommen bringt, sollte das nicht einfach über Bord werfen. Gerade dann, wenn man sich nicht wirklich sicher ist, ob eine Selbstständigkeit überhaupt etwas für einen ist und ob die Geschäftsidee funktioniert, sollte man eine nebenberufliche Gründung in Betracht ziehen. 

Später in die hauptberufliche Selbstständigkeit zu wechseln ist dann relativ einfach und problemlos möglich. Bedenken Sie dabei auch, dass der Wechsel neue Kosten mit sich bringt wie etwa Kranken- und Rentenversicherung. In jedem Fall sollte es dann auch möglich sein, ein Polster für schlechtere Zeiten zurücklegen zu können.

1a-STARTUP Gründungsberatung jetzt auch mit AVGS-Gutschein der Arbeitsagentur 

Wenn Sie sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen möchten, erhalten Sie unter Umständen von der Arbeitsagentur einen sogenannten AVGS-Gutschein (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein). Die Kosten für eine Gründungsberatung müssen in dem Fall nicht von Ihnen alleine getragen werden. Auch die Existenzgründungsberatung von 1a-STARTUP kann mit dem AVGS-Gutschein gefördert werden. Mit praktischer Unterstützung können Sie anhand eines gut durchdachten Businessplanes dann prüfen und entscheiden, ob Sie vollständig in die Selbstständigkeit einsteigen wollen oder erst noch weitere Schritte vorab passieren sollten.

Sprechen Sie Dagmar Schulz einfach an, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen. Sie kann Ihnen auch dabei helfen, den Gründungszuschuss zu erhalten und von Anfang an die richtigen Weichen zu stellen. In den 1a-STARTUP FAQs zum Gründungszuschuss und zur Beratungsförderung können Sie die wichtigsten Infos schon einmal vorab nachlesen

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