wann habe ich es mit meiner Gründung geschafft

Viele Menschen in Deutschland möchten sich selbstständig machen. Der Traum von mehr Selbstbestimmung, Flexibilität und einer Tätigkeit ohne Einschränkungen „von oben“ ist in jeder Altersklasse zu finden, vom Studenten mit großen Visionen bis zur Mutter, deren Kinder nun alle aus dem Haus sind und die nun endlich mit einem eigenen Business durchstarten möchte. Die finanziellen Ziele sind so unterschiedlich wie die Gründe für eine berufliche Selbstständigkeit. Während der eine Gründer alles auf eine Karte setzt, um mit seinem Unternehmen die ganze Familie zu ernähren, möchten sich andere mit einer Firma im Nebenerwerb lediglich etwas dazuverdienen. Dementsprechend unterschiedlich sind die Antworten auf die Fragen: Ab wann bin ich erfolgreich, ab wann habe ich es geschafft?

Die ersten drei Jahre der Selbstständigkeit zeigen die Richtung an

Wichtig für jeden Gründer: Geduld. Im Normalfall kann man nicht nach einem Jahr schon angekommen sein und die unternehmerische Spitze erklommen haben. Zu hohe Erwartungen an den Erfolg führen zu Frustration, daher sollte man seinem Business auf jeden Fall ausreichend Zeit geben, sich zu entwickeln. Etwa drei Jahre dauert es, bis sich die Prozesse in einem neu gegründeten Unternehmen eingespielt haben und man eine erste Prognose wagen kann. Diese Zeitspanne kann je nach Branche und den äußeren Umständen auch kürzer ausfallen oder deutlich länger sein. Irgendwann aber kommt ein Punkt, an dem er eine Entscheidung treffen muss: Mache ich weiter oder ist meine Selbstständigkeit gescheitert? Naturgemäß sind die Indikatoren dafür, dass eine Gründung nicht erfolgreich war, deutlicher als die Erfolgszeichen. Meistens stimmen die Umsätze nicht oder ein Produkt bzw. eine Dienstleistung findet einfach keinen Absatz. Spätestens beim Einsetzen von echten Existenzängsten müssen Gründer einsehen, dass es so nicht weitergeht. Scheitern bemerkt man also relativ einfach, während das Gefühl des Durchbruchs nicht so klar ausfallen muss und von Unternehmer zu Unternehmer sehr unterschiedliche Auslöser haben kann. Selbst gesetzte Ziele spielen dabei eine entscheidende Rolle, wenn sich Gründer selbstständig machen.

Ziele setzen macht viele Dinge einfacher

Um zu wissen, ob man wirtschaftlich erfolgreich ist, sollte man sich klarmachen, was Erfolg für einen selbst überhaupt bedeutet. Ist es ein bestimmtes finanzielles Ziel, das man erreichen möchte? Ist es eine gewisse Absatzmenge? Vielen Menschen fällt es leichter, sich zu motivieren, wenn sie sich vorab ein konkretes Ziel gesetzt haben, z. B. „Ich möchte im ersten Jahr Summe xy einnehmen.“, „Ich möchte im dritten Jahr eine bestimmte Anzahl neuer Produkte auf den Markt bringen.“ oder „Ich möchte im vierten Jahr schwarze Zahlen schreiben.“ Diese klaren Ziele kann man notieren, eine Strategie zum Erreichen erstellen, Pläne umsetzen und bei Erfüllung von seiner Liste abhaken. Eine Aufgabe oder ein Ziel tatsächlich mit einem Erledigt-Haken zu versehen, gibt einem das Gefühl, etwas geleistet zu haben und dafür die gerechte Entlohnung zu erfahren. Gleichzeitig macht sich Stolz auf die eigene Leistung und das Erreichte breit – das motiviert für die nächsten Schritte und hilft beim Bewältigen zukünftiger Aufgaben/Hürden. Wenn man schwarz auf weiß vor sich hat, was man geschafft hat, wächst das Selbstbewusstsein und das Bild, das man von sich selbst als Unternehmer hat, wird positiver. Wichtig: Die Ziele sollten realistisch sein, denn nichts demotiviert mehr als ständiges Scheitern. Ziele sollten anspornen, aber nicht einschüchtern. Dann sind sie eine echte Hilfe für jede Phase eines Unternehmens. Und am besten definiert man schon das nächste Ziel, wenn man eines erreicht hat. Dadurch reduziert sich auch das Gefühl „in ein Loch zu fallen“, was manche Gründer haben, wenn sie eine große Herausforderung erfolgreich gemeistert haben. Tipp: Wer seinen Businessplan so konkret und ausführlich wie möglich gestaltet, hat bereits viele Ziele für die eigene Selbstständigkeit definiert. Und: nur wenn man sich konkret Ziele setzt können diese auch eintreten!

Erfolg misst sich nicht nur in Geld

Finanzielle Ziele können ein guter Indikator sein, ob man mit seinem Unternehmen auf der richtigen Spur unterwegs ist. Das Erreichen bestimmter Umsatzzahlen motiviert und beruhigt jeden Selbstständigen, jedoch gibt es weitere „Wendepunkte“, die nichts mit Geld zu tun haben müssen.
Einige Beispiele:
Eine Floristin hat sich mit einem eigenen kleinen Laden selbstständig gemacht. Nach einer gewissen Startzeit kann sie die Nachfrage immer besser einschätzen und genauer kalkulieren. Dadurch muss sie weniger Blumen wegwerfen und ihren Gewinn dadurch steigern. Für sie ist das Gefühl, richtig planen und einkaufen zu können, sodass ihr Laden abends meistens leergekauft ist, ein echtes Erfolgsgefühl. Ein weiteres Zeichen dafür, dass sie es geschafft hat, ist die steigende Anzahl von Kunden und Weiterempfehlungen. Sie ist irgendwann so gut im Geschäft, dass sie eine Aushilfe einstellen kann und ihr später sogar einen Ausbildungsplatz anbieten kann. Dadurch hat sie wieder mehr Zeit für die Familie und muss sich keine Sorgen mehr machen, dass am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist. Sie denkt sogar darüber nach, in ein größeres Ladenlokal umzuziehen – hier sind es viele einzelne Punkte, die der Gründerin gezeigt haben, dass sie es geschafft hat.
Sich mit einem Hundesalon selbstständig machen war der Traum einer anderen Existenzgründerin. Nachdem sie passende Räumlichkeiten gefunden hatte, hat sie diese nach ihren Vorstellungen eingerichtet und nach und nach die ersten Kunden empfangen. Das Gefühl des Durchbruchs setzte bei ihr zum ersten Mal ein, als die ersten Besitzer von Showhunden zu ihr kamen und zufrieden mit ihrer Leistung waren. Durch die Weiterempfehlungen innerhalb dieses anspruchsvollen Kundenkreises hat sie nach drei Jahren einen großen Stammkundenkreis und ist deutschlandweit als Hundefrisörin gefragt. Auch hier spielt natürlich die Tragfähigkeit des Unternehmens eine große Rolle, ab wann eine Gründung erfolgreich war. Jedoch kommt im Fall der Groomerin noch die fachliche Komponente hinzu, das Gefühl, besonders gut in dem zu sein, was man tut.

Für den Gründer, der sich mit einem IT-Unternehmen selbstständig machen möchte, steht neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch die öffentliche Anerkennung zentral. Als er nach zwei Jahren als Nachwuchsunternehmer in einem Fachmagazin vorgestellt wird, hat er persönlich das Gefühl „Jetzt habe ich es geschafft.“ Die Anerkennung durch ein Fachmedium zeigt ihm sehr deutlich, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. Durch den Artikel bekommt er zudem viele neue Kunden, was den Umsatz steigert und so auch finanzielle Erfolge mit sich bringt.
Egal, ob es rein wirtschaftliche Ziele sind, ob es also um die finanzielle Tragfähigkeit eines Unternehmens geht oder ob weitere, ganz persönliche Indikatoren dazu führen, sich als Unternehmer angekommen zu fühlen – wenn der Moment da ist, hat sich all die Zeit und Mühe gelohnt. Zu wissen, dass man a) den richtigen Weg gewählt hat und b) die eigene Leistung gut ist, ist für jeden Selbstständigen das eigentliche Ziel. Unabhängig davon, ob man seinen Erfolg rein an den Zahlen bemisst oder ob man ganz eigene Vorstellungen davon hat, ab wann man es geschafft hat.

Dagmar Schulz von 1a-STARTUP über ihren persönlichen Aha-Moment

„2012 gab es einschneidende Veränderungen für Gründer:  Förderungen fielen entweder ganz weg oder wurden Ermessensleistungen. Was sich zuerst nach einer – positiv ausgedrückt – großen Herausforderung für mich als Existenzgründungsberaterin anhörte, entwickelte sich jedoch zu einer Art „Durchbruch“ für 1a-STARTUP. Denn durch den Wegfall der Leistungen fielen nach und nach auch all die schwarzen Schafe meiner Branche weg, die in den Jahren zuvor wie Pilze aus dem Boden schossen, in erster Linie um von der Förderung von Gründern zu profitieren. Letztendlich hat sich die Beraterqualität durchgesetzt, wodurch ich mit 1a-STARTUP einen großen Schritt nach vorne gemacht habe. Nachdem diese Herausforderung gemeistert war, wusste ich, dass ich ab jetzt alles würde schaffen können.“