Gründungszuschuss Informationen

Aufgrund der Einsparungen ist es seit Anfang 2012 schwierig in den Genuss des Gründungszuschuss zu gelangen.
Es ist eine Gratwanderung der Arbeitsagentur darzulegen, dass es nicht zu lange dauern wird, um von der Selbstständigkeit leben zu können. Andererseits können aber auch zu hohe Einnahmen zur Ablehnung führen, weil dann die Förderung gar nicht erst benötigt wird.
Besonders schwierig ist es beispielsweise in den gedacht gut verdienenden Branchen, bei der Übernahme eines Betriebes oder vom beim Wechsel der nebenberuflichen in die hauptberufliche Selbstständigkeit eine Förderung zu erhalten.

Die Berater sind angehalten der Vermittlung in den Arbeitsmarkt den Vorrang zu geben!

Es ist auch möglich, dass Sie einen zusätzlichen internen Fragebogen ausfüllen müssen, mit dem die Förderung zusätzlich begründet werden soll.
In einem guten und ordentlichen Businessplan haben Sie sich ohnehin mit diesen Fragen auseinandergesetzt.

Fakten zum Gründungszuschuss, ob und in welcher Höhe Sie Anspruch darauf haben

Wenn Sie aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen, können Sie den sog. Gründungszuschuss beantragen, dafür fällt dann das ALG I weg. Der Gründungszuschuss soll in der Anfangszeit Ihre Liquidität unterstützen wenn naturgemäß die Auftragslage noch nicht ausreicht, um die Zahlungsfähigkeit sicher zu stellen. Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung der Arbeitsagentur. Auf den Gründungszuschuss selber haben Sie keinen Rechtsanspruch, auch wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, aber auf die Antragstellung besteht ein Rechtsanspruch.
Das Arbeitslosengeld sowie der Gründungszuschuss sind steuerfrei und nicht rückzahlbar.

Gründungszuschuss Höhe und Laufzeit
Die Höhe des Gründungszuschuss richtet sich nach dem Arbeitslosengeld-Anspruch I (ALG I) und somit nach dem vorherigen Einkommen.

Der Gründungszuschuss teilt sich in zwei Phasen auf:

Phase 1:
Zunächst können Sie sechs Monate lang in Höhe des ALG I den Gründungszuschuss zzgl. 300 Euro für die Sozialversicherungsbeiträge erhalten. Sobald Sie sich selbstständig machen, zahlt die Arbeitsagentur nicht mehr die Sozialversicherung für Sie. Allein mit den Kosten für die Kranken- und Pflegeversicherung werden Sie in der Regel die 300 Euro Pauschale benötigen.
Ihr Vorteil gegenüber dem Arbeitslosengeld: Einmal genehmigt, dürfen Sie im Prinzip beliebig viel hinzuverdienen, ohne dass es zu einer Kürzung des Gründungszuschusses kommt.

Phase 2:
Gegen Ende der sechsmonatigen Grundförderung können Sie für den Pauschalbetrag (300 Euro) eine Verlängerung für weitere 9 Monate beantragen.
Danach müssen Sie auf eigenen Beinen stehen können. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie ergänzend Arbeitslosengeld Il beantragen.

Voraussetzungen zum Gründungszuschuss

Voraussetzung Nr. 1: Arbeitslosengeld-I Anspruch
Zum Zeitpunkt der Gründung müssen Sie mindestens einen Tag arbeitslos gemeldet sein und noch über mindestens 150 Tage Restanspruch auf Arbeitslosengeld I verfügen.
Wichtig: der Antrag auf Gründungszuschuss muss bei der Arbeitsagentur vor Ihrer Gründung gestellt werden.
Es gibt verschiedene sog. vorbereitende Maßnahmen, die in Ausnahmefällen nicht förderschädlich sind, wenn diese vor der Beantragung stattfinden. Mit dem Gründungsdatum endet offiziell Ihre Arbeitslosigkeit und die Auszahlung des Arbeitslosengeldes.

Fallstricke: Sperrzeiten und Ruhezeiten
Denken Sie daran, sich in jedem Fall innerhalb von 3 Tagen arbeitssuchend zu melden.
Wenn Sie die Kündigung erhalten, selbst aussprechen oder einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, sollten Sie sich umgehend bei der zuständigen Arbeitsagentur melden. Nur so vermeiden Sie eine Sperrfrist.
Haben Sie selbst Ihr Arbeitsverhältnis gekündigt oder sich auf einen Aufhebungsvertrag eingelassen ohne einen wichtigen Grund (z.B. in Folge von Mobbing, Umzug), kann Ihnen eine dreimonatige Sperrfrist drohen. In dieser Zeit erhalten Sie kein Arbeitslosengeld und müssen selber für die Sozialversicherungsbeiträge aufkommen.

Kalkulieren Sie sog. Ruhezeiten ein, denn erst danach haben Sie Anspruch auf das Arbeitslosengeld und können auch erst dann gründen. Gründe für Ruhezeiten können z.B. sein wenn Sie noch Urlaubsansprüche haben die berücksichtigt werden müssen, oder Sie sich in der Freistellung befinden und noch weiter Gehalt beziehen.
Der Gründungszuschuss kann dann erst nach der Sperrfrist / Ruhezeit beantragt werden. Bedenken Sie, dass sich der Gesamtanspruch auf Arbeitslosengeld ggf. um diese Zeiten verringert.

Tipp: Informieren und besprechen Sie Ihre Situation vorab mit der Arbeitsagentur und oder einer Unternehmensberatung für Existenzgründung.

Voraussetzung Nr. 2: Sie machen sich hauptberuflich selbstständig
Mit dem Gründungszuschuss wird die hauptberufliche Selbstständigkeit gefördert, wenn die selbstständige Tätigkeit mehr als 15 Stunden wöchentlich beträgt. Bei dieser Vorgabe müssen wir immer ein wenig schmunzeln, da dies in vielen Fällen anfänglich das tägliche Pensum ist.
Vorher kann man also, wenn auch ohne Förderung, nebenberuflich selbstständig tätig gewesen sein. Jedoch ist die Hürde zur Gründungszuschuss Zusage dann etwas höher.

Voraussetzung Nr. 3: Businessplan und fachkundige Stellungnahme
Die Arbeitsagenturen fördern nur Gründungsvorhaben, die „förderungswürdig“  sind und auch Ausblick auf langfristigen Erfolg haben.
Dabei wird davon ausgegangen, dass eine entsprechende Anlaufphase benötigt wird.
Im Businessplan muss klar erkennbar sein, wann Sie wie, was, erreichen wollen. Die Planungsrechnung im Businessplan muss für 24 Monate dargestellt werden.
Ob das Gründungsvorhaben und die Zukunftsaussichten realistisch sind, können und wollen die Arbeitsagenturen nicht ohne eine fachkundige Stelle alleine beurteilen.

Die Quote aus unserem Hause für den Erhalt des Gründungszuschusses: 100%!

Fachkundige Stellungnahme

Bei uns erhalten Sie die sog. fachkundige Stellungnahme, oder auch Tragfähigkeitsbescheinigung genannt, die Sie unter anderem benötigen, um den Gründungszuschuss / Einstiegsgeld zu erhalten. Unsere fachkundige Stellungnahme ist ein von der Arbeitsagentur anerkanntes Zertifikat.
Die Prüfung Ihres Businessplans und Konzeptes, die hierzu erforderlich ist, führen wir unabhängig von der Teilnahme eines Seminars oder Workshops bei uns durch.

Bei den öffentlichen Stellen kostet die fachkundige Stellungnahme i.d.R. nichts.  Bedenken Sie, dass institutionelle Berater nicht selbstständig sind. Ihnen fehlt daher häufig ein wesentlicher Blickwinkel der eigenen Selbstständigkeit. Das sollten Sie beachten.
Achtung vor den sog. Pauschalangeboten im Internet, denn die haben i.d.R. kein wirkliches Interesse daran, dass Ihr Konzept "funktioniert" und auch in der Praxis realisierbar ist.
Ein nicht auf Herz und Nieren durchleuchteter Plan kann Sie in der Zukunft teuer zu stehen kommen - im Ernstfall bis zum Scheitern Ihres Vorhabens.
Tipp: Eine erfahrene fachkundige Stelle kann durch genaue Kenntnis der Verwaltungspraxis in den Arbeitsagenturen das Risiko einer Ablehnung des Gründungszuschusses deutlich senken.
Für die Beratung mit Praxis Know-how von Unternehmens- und Steuerberatern, die wenn Sie zugelassen sind, auch die fachkundige Stellungnahme abgeben können, stehen öffentliche Fördermittel zur Verfügung. Die Kosten für diese Prüfung Ihres Businessplanes richtet sich nach Art und Umfang des Vorhabens. In welcher Höhe Fördermittel für eine Beratung genutzt werden können hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

Tipp: Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit der Gründungsberaterin –berater Ihrer Wahl auf und holen Sie sich Feedback zu Ihrem Gründungsvorhaben und zur zielgerichteten Vorgehensweise.

Grundsätzliche Tipps zum Gründungszuschuss

Der richtige Weg liegt für die eigene Selbstständigkeit wie so oft in der Mitte.
Wenn Ihre Auftraggeber nicht schon Schlange stehen, sollten Sie die Gründung nicht überstürzen und sich einige Wochen Zeit nehmen, diese in Ruhe vorzubereiten und den Businessplan zu erstellen damit Sie von Anfang an die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge vornehmen.

Unterschätzen Sie nicht die Vorlaufzeit die Sie benötigen in der neuen Situation „anzukommen“, auch wenn der Gründungsbereich Ihnen aufgrund Ihrer vorherigen Tätigkeit nicht fremd ist.

Nehmen Sie rechtzeitig die Arbeitsagentur mit ins Boot und informieren Sie diese nicht auf den letzten Drücker über Ihren Plan. Ein gut durchdachter, professioneller und ausgearbeiteter Businessplan ist schon die „halbe Miete“.

Versuchen Sie nicht, sich gleichzeitig zu bewerben und die Gründung voranzutreiben, sondern entscheiden Sie sich bewusst für einen Weg und konzentrieren Sie sich dann mit voller Energie darauf diese in die Tat umzusetzen. Erfolgreich werden Sie nur sein, wenn Sie mit ganzer Kraft und Konzentration an einer Sache arbeiten.

Worst case Ablehnung - und nun?
In diesem Fall ist die Gründung auch möglich, nur eben ohne Unterstützung des Gründungszuschusses. Sie können weiter Arbeitslosengeld beziehen und für diese Dauer zunächst nebenberuflich gründen. Haken: Die Einnahmen werden vom ALG I abgezogen. Weiterhin kann es in der Kommunikation mit potentiellen Auftraggebern unprofessionell wirken, wenn sie noch nicht Vollgas geben (können). Es besteht auch die Möglichkeit den Weg "Einspruch" zu gehen.
Es bleibt dabei: Eine gute Vorbereitung ist von erheblicher Bedeutung. Sie ist noch mehr als je zuvor nicht nur ein Erfolgsgarant für Ihr Vorhaben, sondern auch für die Genehmigung des Gründungszuschusses, um Ihr Vorhaben zu unterstützen.

Unser Tipp zum Gründungszuschuss

Wer von Anfang an professionelle Hilfe in Anspruch nimmt und selbstbewusst mit einem wasserdichten Businessplan sein Recht einfordert, wird den Gründungszuschuss auch weiterhin erhalten.
Bereits im ersten Termin bei der Arbeitsagentur werden die Weichen gestellt, wohin die Reise gehen soll. Unsere Beratung und fachkundige Stellungnahme ist von der Arbeitsagentur anerkannt. Die Beratung kann mit einem staatlichen Beratungszuschuss gefördert werden.
Ihre individuellen Fragen beantworten wir gerne – nehmen Sie unverbindlich Kontakt mit uns auf.

Freiwillige Arbeitslosenversicherung in der Selbstständigkeit

Sie können sich mit der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für den Fall absichern, falls Sie die Selbstständigkeit, aus welchen Gründen auch immer, aufgeben müssen und wieder Arbeitslosengeld beziehen möchten.
lm Versicherungsfall richtet sich die Höhe des Arbeitslosengeldes nach der formalen Ausbildung der Gründerin bzw. des Gründers.
Der monatliche Beitrag beträgt 82,95 Euro (West) bzw. 70,35 Euro (Ost). Für Gründerinnen und Gründer gibt es eine Sonderregelung. Sie zahlen im Jahr der Gründung den hälftigen Beitrag.
Die Beitrittserklärung muss innerhalb der ersten drei Monate nach der Gründung erfolgen. Dabei verpflichten Sie sich dann für die nächsten fünf Jahre einzuzahlen.
Eine vorzeitige Kündigung ist nur unter besonderen Voraussetzungen möglich. Überlegen Sie sich gut, ob diese Investition sich für Sie „rechnet“ und Sie sich dieses Sicherheitsnetz leisten möchten. Der Versicherungsbeitrag kann steuerlich geltend gemacht werden.