Existenzgründung: Chancen und Risiken einer beruflichen Selbstständigkeit
Hab keine Angst den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen!

Chancen und Risiken einer beruflichen Selbstständigkeit

Viele Menschen träumen von der eigenen Selbstständigkeit. Sie wollen ihr eigenes Unternehmen führen, unabhängig sein und ihre eigene Vision verwirklichen. Im Vorfeld der Gründung zweifeln jedoch zukünftige Existenzgründer und Gründerinnen oft daran, ob eine berufliche Selbstständigkeit wirklich das Richtige für sie ist. Stunden- und tagelang werden Vor- und Nachteile durchdacht, und Eventualitäten werden ausgelotet. Doch bevor Sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, sollten Sie sich die Chancen und Risiken genau ansehen. Diese Selbstreflexion ist nicht nur gesund, sondern auch notwendig, um auf einem soliden Fundament zu starten. Denn Selbstständigkeit ist nicht für jeden geeignet. In diesem Artikel möchte ich Ihnen die wichtigsten Chancen und Risiken der Selbstständigkeit vorstellen. So können Sie gut informiert eine Entscheidung treffen, ob ein eigenes Unternehmen das Richtige für Sie ist. Es ist außerdem ganz normal, sich vor der Gründung eines eigenen Unternehmens Gedanken über die Chancen und Risiken zu machen.

Tipp: Schreiben Sie sich alle Ihre Chancen und Risiken genau auf und prüfen Sie dann, ob eine Seite überwiegt oder ob vielleicht sogar all die positiven Aspekte einer Selbstständigkeit die Nase vorn haben. Und davon gibt es viele:

Chancen und Argumente für eine Selbstständigkeit

  1. Ende der Arbeitslosigkeit
    Wenn Sie gerade aus der Arbeitslosigkeit kommen, ist das kein schlechter Grund für eine Selbstständigkeit, denn die Selbstständigkeit bietet Ihnen die Chance, Ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen. Das gibt Ihnen wieder Struktur in Ihrem Tag und Sie haben wieder Ziele und Aufgaben. Manchmal muss man erst in so eine Situation geraten, um überhaupt auf die Idee zu kommen, etwas Eigenes zu machen. Zudem können Sie Ihre finanzielle Situation aus eigener Kraft verbessern und so eigenständig Ihre Geldsorgen minimieren oder gar völlig beseitigen. Es liegt in Ihrer Hand, was Sie aus Ihrer Geschäftsidee machen.

  2. Selbstbestimmung und Anerkennung
    Viele Menschen haben es satt, in einem Job zu arbeiten, in dem sie sich nicht wertgeschätzt fühlen und sind frustriert. Der Chef ist ein Choleriker, der Teamleiter hört nicht zu und manche Kollegen schieben ihre Fehler gerne auf andere. Es gibt viele Gründe, endlich selbstbestimmt arbeiten zu wollen. Eigene Ideen endlich umsetzen, leistungsgerechtes Einkommen oder einfach der Wunsch nach Anerkennung. Davon werden Sie als Selbstständiger viel bekommen, wenn Sie es richtig machen.  Als Selbstständiger haben Sie die Freiheit, Ihre eigenen Ideen umzusetzen und müssen nicht Entscheidungen mittragen, hinter denen Sie nicht stehen und werden dann auch noch für Ihre Leistung - nicht nur monetär - belohnt. Mit der Pandemie ist das so viel sichtbarer geworden und der häufigste Grund, warum ein eigenes Business gestartet wird.

  3. Verwirklichung von Leidenschaften
    Vielleicht träumen Sie schon lange davon, Ihr Hobby oder Ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Wenn Sie das tun, was Sie von Herzen lieben, wird Ihre Arbeit nicht nur erfüllender, sondern dazu auch noch erfolgreich sein. Dadurch geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung und Sie können mit dem, was Ihnen Spaß macht, Geld verdienen. Wenn Sie für Ihr Business "brennen", wird es auch erfolgreich sein. 

  4. Flexibilität
    Als Selbstständiger können Sie die Chancen dann ergreifen, wenn sie sich Ihnen bieten. Sie können sprichwörtlich günstige Gelegenheiten beim Schopf greifen und Ihre Stärken und Talente einsetzen und sich ganz frei entfalten. Wenn Sie etwas sehen, das für Sie und Ihr Business erfolgversprechend ist, können Sie einfach zugreifen und die Herausforderung frei und flexibel angehen. Keine Umwege, kein Abstimmungsprozess und keine anderen Mitredner. Nur Sie bestimmen, wohin Ihr Weg führt. 

  5. Mehr Zeit für Familie und Freunde
    Wenn Sie es richtig organisieren, wird Ihnen nach der Startphase mehr Zeit für Sie selbst, Ihre Familie und Freunde zur Verfügung stehen. Wie gesagt, am Anfang wird dies nicht der Fall sein, die Arbeitskurve wird eher am Anfang ansteigen (aber unbemerkt belastend, weil es Spaß macht) und auch später klappt es nur, wenn Sie einen Plan haben und nicht versuchen, alles alleine zu stemmen, wenn Sie wachsen. Urlaube können Sie planen, wann es Ihnen passt, und nicht, wenn es Ihr Chef erlaubt. Für mich war es immer ein Krampf Monate im Voraus abzustimmen, wann ich denn nun Urlaub mache im nächsten Jahr. 

  6. Selbstbestimmte Arbeitsweise
    Sie können Ihre Arbeit und Ihre Freizeit viel flexibler gestalten und Ihre "Arbeit" nach Ihrem Leben, Ihren Bedürfnissen und Ihrem Rhythmus ausrichten und nicht umgekehrt. Sie rücken Ihr Leben in den Mittelpunkt und nicht umgekehrt. Voraussetzung dafür sind Organisation, Überblick, Planung und lernen, zu delegieren. Wenn Ihnen das gelingt, werden Sie eine neue Art der Freiheit und Selbstbestimmung erleben, die Sie im Angestelltenverhältnis nicht finden werden.

Risiken einer Selbstständigkeit

Bei all dem Optimismus, der Vorfreude und vielen Chancen birgt eine Existenzgründung auch einige Risiken, die bedacht werden müssen. Das Gute: Je mehr Sie davon im Vorfeld durchdenken, desto mehr Lösungen können dem entgegenstellen. Ganz nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ sind Sie den Schwierigkeiten und Konflikten dann nicht hilflos ausgeliefert. Übrigens sollten Sie auch immer die Risiken in Ihrem Businessplan nennen, zusammen mit der passenden Lösung. Dann treffen Sie mögliche Probleme nicht ganz unvorbereitet und Sie haben immer alles Nötige zur Hand, wenn doch einmal etwas nicht optimal läuft.

  1. Unsicheres Einkommen zu Beginn
    Gerade zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit werden Sie kein gesichertes, geregeltes Einkommen haben. Nur in den seltensten Fällen können frisch gebackene Unternehmer Einnahmen so konkret planen, denn am Anfang fehlen oft die nötige Anzahl von Kunden. Mit der Zeit werden diese allerdings immer mehr (wenn Ihr Angebot stimmt), einige werden dann sogar zu Stammkunden und empfehlen Sie weiter. Dadurch gewinnen Sie mit der Zeit mehr Planungssicherheit, da Sie Erfahrungen sammeln und Preise/Kosten/Ausgaben besser kalkulieren können. Nach etwa drei Jahren können Sie rückblickend besser absehen, ob Ihre Geschäftsidee tragfähig ist.

  2. Fehlerhafte Planung und Kalkulation
    Mit der Gründung können Sie einiges falsch machen, z. B. durch falsche oder fehlende Planung, falsche Annahmen oder fehlerhafte Planungskalkulation. Geldverlust ist die Folge, und das kann im schlimmsten Fall zum Scheitern oder sogar zur Insolvenz Ihres Unternehmens führen. Besonders „neue“ Kostenpunkte wie Steuern oder Krankenkassenbeiträge etc., mit denen Sie als Angestellter in der Regel kaum etwas zu tun haben, können zum Verhängnis werden. Hier empfiehlt sich eine Existenzgründungsberatung oder auch der Rat eines Steuerberaters, um Ihr Wissen zu erweitern. Auch ein Vergleich verschiedener Anbieter (Krankenkassen, Versicherer) lohnt sich oft, um Geld zu sparen. Nicht zuletzt sei noch der Punkt „Fördermittel“ genannt, bei dem Sie als Existenzgründer – fast immer aus Unwissenheit – bares Geld liegen lassen, wie z.B.  Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit.

  3. Ausfall und Vertretung
    Was passiert, wenn Sie einmal (ungeplant) ausfallen? Der Grund muss keine lebensbedrohliche Erkrankung sein, bei manchen Berufszweigen reicht schon eine gebrochene Hand, um den Geschäftsbetrieb nicht mehr aufrechtzuerhalten. Wer vertritt Sie, damit die Geschäfte weiterlaufen und weiterhin Umsätze hereinkommen? Wer hat Passwörter und Zugänge zu den Systemen, und wer hat Vollmacht für Ihr Geschäftskonto? Gibt es Versicherungen, die Ihren Ausfall abdecken?  Man kann sich nicht gegen alles versichern, aber es gibt einige branchenübliche Versicherungen, die Sie abschließen sollten. Lassen Sie sich von einem neutralen Fachmann ausführlich beraten und wählen Sie das Passende für sich aus. Gehen Sie dabei von realistischen Szenarien aus und schließen Sie nicht aus Sorge für alles eine Versicherung ab. Prüfen Sie, was wirklich Sinn macht. Wenn Sie sich rechtzeitig um die Punkte Vertretung und Absicherung kümmern, sind Sie für den Fall der Fälle gerüstet.

  4. Altersvorsorge
    Die Altersvorsorge darf insbesondere bei Selbstständigen nicht vernachlässigt werden, damit Sie im Alter finanziell abgesichert sind. Viele Selbstständige vernachlässigen ihre Altersvorsorge und schieben das Thema beiseite – ein großer Fehler, der im Alter zu Versorgungslücken oder sogar zur Altersarmut führen kann. Denken Sie frühzeitig daran, Geld für diesen Fall zurückzulegen bzw. anzulegen. Auch ein kleiner Beitrag ist ein Anfang. Nutzen Sie auch hier die neutrale Beratung von Versicherungsfachleuten und vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Rentenversicherungsanstalt. Für die kreativen künstlerischen Berufe kommt auch die KSK (Künstlersozialkasse) in Frage, die viele Vorteile bietet.

  5. Überlastung
    Der Punkt „Überlastung“ ist vielen Gründern oft nicht bewusst. Vor lauter (positivem) Stress und Enthusiasmus muten sich viele zu viel zu und vernachlässigen nötige Pausen und Ruhezeiten. Man merkt es einfach nicht so deutlich, wann genug ist, wenn man etwas sehr gerne macht. Es wird sich irgendwann rächen, und dann sind Sie gar nicht mehr einsatzfähig. Planen Sie Freiräume für sich ein und gönnen Sie sich auch mal etwas, das gar nichts mit Ihrem Unternehmen zu tun hat. Zwar ist es ratsam, auch in der Freizeit Ihr geschäftliches Netzwerk auszubauen, aber trotzdem muss auch Zeit nur für Sie und Ihre Bedürfnisse sein.  Vernachlässigen Sie Ihre Pausen nicht, da das Vernachlässigen der Pausen langfristig zu Gesundheitsproblemen führen kann.

  6. Kundengewinnung
    Zu guter Letzt stellen sich viele Gründer die wohl wichtigste Frage: Was tun, wenn keine Kunden kommen? Wenn Sie vernünftig planen, Ihr Geschäft beherrschen und offen dafür sind, in die Sichtbarkeit zu gehen, Ihre passenden Marketingmaßnahmen ergreifen und in Kontakt mit anderen Menschen treten, werden auch Kunden zu Ihnen kommen. Voraussetzung: Man weiß, dass es Sie gibt. Brennen Sie für Ihr Business, dann erzählen Sie wirklich jedem davon, nutzen Sie das Internet und die Sozialen Medien und arbeiten Sie kontinuierlich an der Qualität Ihres Angebots. Hört sich viel an, aber es sind im Grunde einzelne Schritte, die Sie idealerweise alle bereits in Ihrem Businessplan aufgelistet haben. Nichts davon ist Zauberei, und wenn Sie nicht alles alleine können (was völlig normal ist), holen Sie sich professionelle Unterstützung in Form von Unternehmensberatern, Vertriebsprofis oder Werbefachleuten wie Grafikern oder Textern. Auch eine erfahrene Existenzgründungsberaterin :-) kann Ihnen weiterhelfen und Ihnen zeigen, was Sie wie in welcher Reihenfolge tun sollten, um Ihr Unternehmen bekannt zu machen. Dazu existiert hier oft ein belastbares Netzwerk an Fachleuten, die Ihnen weiterhelfen können.

Fazit Pro und Contra zur Selbstständigkeit

Wie Sie sehen, gibt es viele Maßnahmen, um die Risiken zu minimieren und den schlimmsten Fall, das Scheitern oder sogar die Insolvenz, zu verhindern. Es ist wichtig zu bedenken, dass Misserfolge und Rückschläge im Unternehmertum normal sind und keine endgültige Niederlage bedeuten. Die Angst vor dem Versagen und einem möglichen Imageschaden ist in Deutschland besonders ausgeprägt. Mit der steigenden Anzahl von Unternehmensgründungen und der damit verbundenen Erfahrung wird diese Angst jedoch allmählich abnehmen, und es wird normaler, wenn nicht alles beim ersten Versuch gelingt. Viele Gründer passen im Laufe der Zeit ihre Geschäftsidee an oder starten erneut, oft mit mehr Wissen und Erfahrung. Es ist ein Lernprozess, und jede Erfahrung trägt dazu bei, das Geschäft zu verbessern. Eine Garantie für eine erfolgreiche Existenzgründung gibt es nirgendwo, aber Sie haben mit guter Planung und Vorbereitung und vor allem mit einem soliden Businessplan bereits mehr als die Hälfte der Miete beisammen. Trauen Sie sich und starten in Ihren neuen Lebensabschnitt – es lohnt sich!
Wenn Sie aus der Arbeitslosigkeit gründen, ist das kein Nachteil, sondern eher ein Vorteil, da Sie dann die Möglichkeit haben einen Gründungszuschuss zu beantragen: Tipps zur Beantragung.

Wie entscheiden Sie sich richtig?

Wenn Sie über eine Selbstständigkeit nachdenken, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Bin ich bereit für das Risiko?
  • Kann ich mit der Verantwortung umgehen?
  • Bin ich bereit, viel Zeit und Arbeit zu investieren?
    Kann ich mit Unsicherheiten und Rückschlägen umgehen?
  • Ist mein Businessplan solide?

Wenn Sie diese Fragen für sich beantworten können, sind Sie auf dem besten Weg, die richtige Entscheidung zu treffen.

Noch ein Tipp: Wenn Sie sich für die Selbstständigkeit entscheiden, solltest du dich gut informieren und dich von Experten beraten und begleiten lassen. Es gibt viele Angebote zur Existenzgründungsberatung, die dir helfen, einen guten Start in die Selbstständigkeit zu haben. Ein Anfang kann schon ein Video-Kurs zur Existenzgründung sein, indem du für dich lernen und prüfen kannst, ob dein Traum wahr werden kann.

Wenn du aus der Arbeitslosigkeit gründen möchtest, kann unsere Beratung mit einem sog. AVGS vollständig gefördert werden lassen! Egal in welcher Stadt Sie gründen.


Extra: Für einen gelungenen Start in Ihre Selbstständigkeit!

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