Existenzgründung Businessplan

Wer sich schon mal ausführlicher mit den Themen Selbstständigkeit und Existenzgründung beschäftigt hat, weiß nur zu gut: Es gibt viele Wege, sich selbstständig zu machen. Sie können in ein Franchise einsteigen, einen Betrieb übernehmen, sich an einem Unternehmen beteiligen oder auch komplett neu gründen. Eines bleibt aber in allen Fällen weitestgehend gleich – die Reihenfolge einer Existenzgründung bzw. der Selbstständigkeit. Denn ganz egal, ob Sie als Kleinunternehmer, Freiberufler, Künstler oder als „großer" Unternehmer beruflich eigene Wege gehen wollen. Die ersten Schritte für Ihre Existenzgründung sollten Sie nach Möglichkeit in der gleichen Weise gestalten. Wie genau, das verraten wir Ihnen gerne in den folgenden 10 Schritten:

1. Sammeln, Informieren, Zusammenstellen

Welcher Weg ist eigentlich genau der richtige für Sie und wann wollen Sie mit Ihrer geplanten Unternehmung starten? Gerade die Vorbereitungen für Ihre Gründung sind immer wieder sehr entscheidend und wichtig. Deshalb gehört eine gute Planung der Geschäftsidee mit dem ausgiebigen Sammeln von Informationen zu den besonders wichtigen Aufgaben. Auch die Teilnahme an einem Gründungsseminar kann Ihnen dabei ganz entscheidende Hinweise und Ratschläge für den Ablauf Ihrer Gründung mit auf den Weg geben.
Jedoch sollten Sie sich mit der Zeit nicht verzetteln, sondern irgendwann selbst den Schalter „umlegen“ und starten: Letztendlich hat man immer das Gefühl, noch nicht „zu Ende informiert“ zu sein.

2. Standort der Existenzgründung prüfen

Der Standort ist von besonderer Relevanz für den Erfolg Ihres geplanten Unternehmens – wenn Sie mit einem (stationären) Unternehmen vor Ort sein wollen. Deshalb gehört eine genaue Standortprüfung zu den überaus wichtigen Aufgaben für Ihre Existenzgründung. Wie ist die Konkurrenz in der Umgebung aufgestellt? Wie sind die Verkehrsanbindungen und wie sieht es mit Parkplätzen in der direkten Nähe des Standortes aus? Wie hoch sind mögliche Mietkosten und was gilt es möglicherweise hinsichtlich SEO zu beachten? Eine ausführliche Standort-Recherche zahlt sich in jedem Falle aus und sollte zu einem möglichst frühen Zeitpunkt erfolgen. Bei der Gründung mit einem Online-Shop ist der Standort unter Umständen weniger relevant. Sie sollten diesen Aspekt aber trotzdem prüfen, wenn es um die Logistik und Lagerhaltung von Waren geht.

3. Die Rechtsform bestimmen

Im nächsten Schritt sollten Sie sich Gedanken über die für Sie passende Rechtsform machen: Welche Gesellschaftsformen gibt es eigentlich ganz genau? Wollen Sie als Einzelunternehmen oder Freiberufler starten? Planen Sie, mit Ihrem Business haupt- oder nebenberuflich tätig zu sein? Gründen Sie alleine oder im Team? Fragen über Fragen, die möglichst gewissenhaft beantwortet werden sollten. Denn bei der Planung der für Ihre Existenzgründung passenden Rechtsform kommt es auf sehr viele unterschiedliche Aspekte an. Deshalb ist eine gründliche Durchleuchtung der für Sie geeigneten Rechtsform so wichtig. Viele nützliche Details zu diesem Thema haben wir in unserem Artikel für die „richtige“ Rechtsform für Sie zusammengefasst, den Sie hier einsehen können.

4. Konzeption – der Businessplan

Jetzt ist es an der Zeit, sich mit dem Businessplan auseinanderzusetzen. Das konkrete Formulieren eines Businessplans hilft Ihnen nicht nur dabei, Ihr Vorhaben in Worten und Zahlen zusammenzustellen. Schließlich enthält der Businessplan eine exakte Beschreibung Ihres Vorhabens mit allen relevanten Marketingmaßnahmen und Schritten und Ihrem persönlichen Maßnahmenplan. Hinzu kommt, dass der Businessplan das entscheidende Dokument ist, um später mögliche Fördermittel  wie den Gründungszuschuss  zu erhalten. Auch für die Beantragung von Gründungskrediten bei Banken und Sparkassen ist die Formulierung eines Businessplans unerlässlich – ohne diesen kommen Sie in keinem dieser Fälle weiter. Deshalb sollten Sie einem ausführlichen, logisch aufgebauten Businessplan unbedingt genügend Bedeutung zukommen lassen. Er hilft dazu noch in der Startphase und in den ersten Jahren Ihrer Selbstständigkeit erfolgversprechend zu handeln und zu arbeiten.
Der Businessplan sollte eine genaue Erläuterung Ihrer Geschäftsidee, die komplette Planungsrechnung mit allen Kalkulationen zur Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung und auch die Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplanung der Existenzgründung beinhalten.
Hört sich kompliziert an? Dann nutzen Sie doch einfach unsere kostenfreie Businessplan Word-Vorlage, die Sie in die richtige Richtung führt: Hier geht’s direkt zur kostenfreien Vorlage!

5. Fördermittel und Finanzierungshilfen

Warum sollten Sie Geld verschenken, das Ihnen zusteht? Gerade Existenzgründer können Fördermittel nutzen und sich so in der Anfangsphase das (finanzielle) Leben deutlich erleichtern. Dabei stellen wir bei 1a-STARTUP durchaus immer fest, dass viele Gründungswillige gar nicht wissen, wie vielseitig die Möglichkeiten für eine finanzielle Unterstützung in der Gründungsphase sind. Deshalb ist es so entscheidend, dass Sie sich früh genug über alle Möglichkeiten der Förderung informieren, denn gerade in der Anfangsphase ist zusätzliches Geld besonders wichtig. Ganz egal, ob Gründungszuschuss oder eine andere zusätzliche Finanzierung durch Ihre Hausbank bzw. Förderbank: Als Existenzgründer werden Sie auf jeden Fall nicht alleine gelassen, sondern Sie können viele unterschiedliche Formen der Unterstützung wählen. Welche das genau sind und was Sie im Vorfeld beachten müssen, das erfahren Sie auch u. a. in unseren Artikel Fördermittel für Existenzgründer und Selbstständige – am besten hier direkt herunterladen!

6. Gewerbeanmeldung Existenzgründung

Grundsätzlich gilt: Sie können die Gewerbeanmeldung schon vor Beginn der Selbstständigkeit tätigen. In vielen Fällen wird dieser Schritt sogar ausdrücklich empfohlen. Wenden Sie sich dafür an das Gewerbeamt der Gemeinde, in dessen Gebiet der Sitz Ihres Unternehmens sein wird. Die Ausstellung eines Gewerbescheins beträgt in Deutschland je nach Gemeinde 15 Euro bis 40 Euro.
Ist die Gewerbeanmeldung einmal erledigt, profitieren Sie von einer ganzen Reihe zusätzlicher Schritte, die durch die Anmeldung angestoßen werden: So leitet die Gemeinde die vom Existenzgründer gemeldeten Daten an Behörden weiter wie z. B. an das Finanzamt, die Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer, das Registergericht oder auch das Statistische Landesamt. Der Gewerbeschein wird Ihnen meist sofort ausgehändigt. Anders ist es im Falle eines erlaubnispflichtigen Gewerbes: Hier kann die Prüfung der Voraussetzungen deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Mit einer freiberuflichen Tätigkeit entfällt diese Anmeldung, hier fällt der Startschuss sozusagen mit der Anmeldung beim Finanzamt.

7. Steuerrecht und Finanzamt

Für viele ein sehr unbeliebter, aber unbedingt sehr notwendiger Schritt ist die genaue Recherche in Sachen Steuerfragen. Gerade als Existenzgründer und damit als Selbstständiger sind Sie in der Folgezeit in der Pflicht, sich selbst mit allen wichtigen Themen wie Betriebsausgaben, Umsatzsteuer, Gewinnermittlung, Einkommensteuer, Umsatzsteuer oder Gewerbesteuer zu beschäftigen und nicht völlig unwissend an diese Themenbereiche zu gehen. Natürlich stehen Ihnen auch immer die Dienste eines Steuerberaters zur Verfügung. Es ist aber natürlich von Vorteil, wenn auch Sie selbst davon Kenntnis erlangen und wissen, worum es thematisch geht und Sie Ihre Zahlen verstehen.
Vom Finanzamt erhalten Sie eine Steuernummer, die Sie – ganz wichtig – benötigen, um eine Rechnung schreiben zu können. Bedenken Sie, dass auch dieser Prozess etwas dauern kann und die Steuernummer daher so früh wie möglich „bestellt“ werden sollte.

8. Richtig absichern – die passende Versicherung

Mit der Selbstständigkeit müssen Sie auch überlegen, welche passenden Versicherungen Sie notwendigerweise abschließen sollten sowie welche Sie aus dem „alten Leben“ kündigen sollten wie z.B. eine Rechtsschutz-Versicherung für Angestellte. Mit dem ersten Tag der Selbstständigkeit müssen Sie selbst für eine Krankenversicherung sorgen. In jeder gesetzlichen Krankenkasse gibt es einen günstigen Tarif für Existenzgründer – ähnlich wie auch in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Entscheiden Sie selbst in Ruhe, welche Versicherung für Ihren Berufszweig und in Ihrer Situation die passende ist. Informieren Sie sich dabei genau – Sie wissen doch selbst, wie unterschiedlich Beiträge und Angebote sein können. Deshalb macht es durchaus Sinn für einen genauen Vergleich einen unabhängigen Experten hinzuzuziehen, der sich auch mit dem „Kleingedruckten“ auskennt.  

9. Marketing und Werbung

Werbung in der richtigen Form und Marketing in der richtigen Menge ist das Salz in der Suppe, auch und besonders in der Anfangsphase Ihrer Selbstständigkeit. Nutzen Sie ganz gezielt die Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen – gerade die Welt des Onlinemarketings bietet Ihnen viele verschiedene Optionen. Dabei sind für Sie als Existenzgründer natürlich auch immer wieder kreative Low-Budget-Marketingideen gefragt, die darauf zielen, mit wenig „Barem“ viel zu bewirken. Wie das funktionieren kann und worauf Sie bei der Planung Ihrer Marketing-Aktivitäten achten sollten, das erfahren Sie u. a. auch hier.

10. Kundenbindung

Als zufriedener Kunde kommen Sie gerne wieder, das geht Ihnen doch genauso, oder? Deshalb ist es für Ihr Unternehmen – ganz egal, in welcher Entwicklungsphase Sie sich gerade selbst befinden – von besonderer Bedeutung, Ihre Kunden schon nach dem ersten Kontakt zufrieden zu stellen. Schließlich sollen sich diese Kunden auch möglichst ein weiteres Mal dazu entschließen, den nächsten Auftrag wieder über Sie abzuwickeln.
Machen Sie sich deshalb bewusst: Alle Kunden, die als zufriedene Kunden aus der Geschäftsbeziehung mit Ihnen herausgehen, werden Sie gerne weiterempfehlen und anderen neuen möglichen Kunden von Ihnen berichten. Warum also nicht direkt auf loyale Kunden als Referenzvermittler setzen? Hier gehts mit einme Klick zum Fachartikel Kundenbindung.

Wer nicht weiß, wohin er will, muss sich nicht wundern ganz woanders anzukommen. Mark Twain