Crowd starten
Um aus der eigenen Geschäftsidee eine funktionierende, erfolgreiche Existenzgründung zu machen, benötigt man neben vielen anderen Dingen vor allem eins, nämlich Startkapital. Werbung, Anschaffung von Maschinen und Material – das sind nur einige Dinge, die Geld kosten, über das nicht jeder angehende Selbstständige verfügt. Kapital kann man einerseits über Fördermittel, andererseits über eine Finanzierung bei einer Bank generieren. Seit einigen Jahren gibt es darüber hinaus eine weitere, inzwischen recht populäre Möglichkeit, Kapital für die eigene Existenzgründung zu sammeln: Crowdfunding.  
 

Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdlending: alle für einen 

Geld sammeln erklärt das Prinzip des Crowdfunding, auch als „Massen- oder Schwarmfinanzierung“ bezeichnet, schon recht gut. Jeder, der Interesse hat, kann dabei für den Aufbau einer Selbstständigkeit einen Betrag investieren. Die eigene Geschäftsidee wird dazu auf speziellen Crowdfunding-Onlineplattformen präsentiert und vorgestellt. Jede Privatperson hat dann die Möglichkeit, einen selbst festgelegten Betrag zu spenden bzw. zu investieren. Im Unterschied zum Crowdfunding zielt Crowdinvesting auf eine finanzielle Beteiligung ab, d. h. dass Investoren in diesem Fall am späteren Gewinn beteiligt werden. Eine dritte Option, das Crowdlending, kann man sich als Online-Kreditplattform vorstellen, auf der Privatpersonen Existenzgründern Kleinkredite zu einem festgelegten Zinssatz zur Verfügung stellen.
Jedes der drei Modelle hat seine Vor- und Nachteile. Braucht man das Startkapital etwa sehr schnell, könnte eine Crowdfunding-Kampagne zu lange dauern. Auch bei größeren Beträgen sollte man ggf. besser eine der beiden anderen Möglichkeiten, also Crowdlending oder Crowdinvesting, in Betracht ziehen. 

Emotionen sind Trumpf: So gelingt eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne 

Ebenso wie eine Finanzierung durch die eigene Hausbank ist der Aufwand einer Crowdfunding-Kampagne nicht zu unterschätzen. Das Wichtigste ist die Präsentation auf der Onlineplattform. Anstelle seitenlanger Businesspläne überzeugen angehende Unternehmer eher durch ihre Persönlichkeit, ihre Idee und ihr Engagement. Die Begeisterung für die eigene Geschäftsidee muss auf den Seitenbesucher überspringen und realistisch sein. Anders als bei einer Bankfinanzierung geht es beim Crowdfunding um Emotionen. Diese müssen visuell ansprechend, interessant und mitreißend umgesetzt werden. Es reicht mittlerweile nicht mehr, in einem kurzen Video vor heimischer Wohnzimmerkulisse kurz zu beschreiben, worum es geht. Die Präsentation sollte Spaß machen, wenn man sie anschaut und – z. B. in Form eines kleinen Interviews – sowohl informieren als auch unterhalten. Gefühle zu transportieren ist das A und O. 
Potentielle Förderer investieren nur dann in ein Projekt oder eine Geschäftsidee, wenn Sie sich emotional angesprochen fühlen. Sie möchten mit ihrer Spende Teil des Ganzen sein, möchten etwas Sinnvolles unterstützen und sich mit dem Thema identifizieren. Anders als beim Bankgespräch fehlt der persönliche Kontakt, es gibt keine direkte Verbindung oder Blickkontakt zum Gegenüber. Einzig und alleine die Story und die eigene Ausstrahlung müssen überzeugen. Die Präsentation der Crowdfunding-Kampagne setzt daher viel Fleißarbeit und Ideen voraus und ist nicht mal so nebenbei gemacht. Ohne Businessplan im Hinterkopf geht es hier natürlich auch nicht, schließlich soll die Selbstständigkeit erfolgreich starten und auf Dauer Bestand haben. Allerdings entfallen Bankgespräche und stundenlanges Brüten über dem Businessplan. Anstelle dessen muss die Präsentation als erster Eindruck zu 100 % stimmen. Potentielle Interessenten und Förderer möchten ähnliche Dinge wissen wie der Bankberater: Warum ausgerechnet diese Geschäftsidee? Wieso sollte ich ausgerechnet in Sie investieren? Was zeichnet Sie aus, welche Stärken bringen Sie ein? Wie möchten Sie Ihr Unternehmen zum Erfolg führen? Welche Zukunftsvisionen haben Sie? Am besten schaut man sich zuerst einige gelungene Crowdfunding-Kampagnen an, bevor man mit der eigenen Präsentation startet. Anhand dieser Beispiele kann man sehen, was wichtig ist, was funktioniert und wie man es richtig angeht.

Welche ist die richtige Crowdfunding-Plattform für meine Selbstständigkeit? 

Mittlerweile hat der Crowdfunding-Boom international und national zu einer Vielzahl verschiedener Crowdfunding-Plattformen im Internet geführt. Es gibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz viele spezielle deutschsprachige Seiten nur für ökologische Geschäftsideen und Projekte, die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz ausgerichtet sind. Oder Plattformen, die sich vor allem an Startups aus der IT-Branche richten. Eine solche Spezialisierung hat den Vorteil, dass Ihre Zielgruppe gezielt auf Sie aufmerksam gemacht wird. Investoren können je nach Interesse die richtige Plattform auswählen und finden dort ausschließlich Unternehmen und Aktivitäten, die zu ihnen passen.

Einige ausgewählte deutschsprachige Crowdfunding-Plattformen 

www.startnext.com ist die zurzeit größte deutschsprachige Crowdfunding-Plattform, auf der hauptsächlich kreative und künstlerische Projekte zu finden sind. Im Falle eines Erfolges, wenn also die angepeilte Spendensumme realisiert wurde, fällt eine Transaktionsgebühr in Höhe von 4 % an. Für Existenzgründer aus dem Kreativsektor ist Startnext eine empfehlenswerte Plattform, die sich bewährt hat.
Ebenfalls für kreative Projekte und Existenzgründungen mit künstlerischem Bezug ist die Plattform kickstarter (www.kickstarter.com) geschaffen worden.
Geschäftsideen rund um die Themen Fotographie, Film, Musik sowie soziale Projekte sind auf www.indiegogo.com bestens aufgehoben.
Wer sich mit einer Geschäftsidee im Umweltbereich selbständig machen möchte, findet die richtigen Investoren am ehesten auf der Plattform Ecocrowd unter www.ecocrowd.de.
Ganz einfach Geld sammeln für Geburtstage, Hochzeiten etc. kann man mithilfe der Crowdfunding-Plattform Leetchi unter www.leetchi.com. Mit wenigen Klicks lässt sich eine Sammelkasse erstellen, in die Personen anschließend einzahlen können.
Egal ob Immobilien, Sport, Start-Ups, Technik, Kreativität, Spiele, Lebens- und Genussmittel oder innovative Neuheiten – es gibt kaum einen Themenbereich, kaum eine Branche, die über keine eigene Crowdfunding-Plattform verfügt. Eine Liste aller Plattformen ist unter www.crowdfunding.de zusammengefasst. Dort findet man neben Crowdfunding-Seiten auch Plattformen für Crowdlending und -investing. Darüber hinaus sind auch Plattformen speziell für Österreich und die Schweiz aufgeführt.

Für wen kommt Crowdfunding in Frage? 

Grundsätzlich kann sich jeder angehende Selbstständige mit seiner Geschäftsidee auf eine der Plattformen oder gleich mehreren präsentieren. Existenzgründer können hier, anders als bei einer Finanzierung durch eine Bank, mit ihrer Idee und Persönlichkeit punkten und zeigen, was menschlich in ihnen steckt. Natürlich berücksichtigt auch ein Bankberater diese Punkte, allerdings sind der Businessplan, sprich die Zahlen, das wichtigste Kriterium für eine Finanzierungszusage. Förderungen beinhalten oftmals viele Bedingungen, die beim Crowdfunding entfallen. Selbstverständlich können diese parallel zu einer Crowdfunding-Kampagne beantragt werden. 
Grundsätzlich müssen Existenzgründer bei einer Finanzierung durch die Crowd mit einigen Unwägbarkeiten rechnen. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die angepeilte Summe zustande kommt und wie lange es dauert. Darüber hinaus nimmt das Erstellen einer (Video-)Präsentation einiges an Zeit in Anspruch und setzt eine gewisse Kreativität voraus. Ohne Eigeninitiative und einer begeisternden Vorstellung kann es schwierig werden, ausreichend viele Förderer zu finden.
Ein absoluter Beschleuniger, um möglichst schnell möglichst viel Kapital via Crowdfunding zusammen zu bekommen, ist ein großes Netzwerk. Ohne Crowd kein Crowdfunding. Je mehr Menschen von Ihrer Geschäftsidee und Ihrem Aufruf wissen, desto größer sind Ihre Chancen auf viel Unterstützung für Ihre Selbstständigkeit. Ohne die sozialen Medien geht dabei heutzutage nichts mehr. Nur, wer seine Präsentation auf vielen Kanälen wie Facebook, Twitter etc. teilt, bekommt große Aufmerksamkeit. Doch auch dann ist eine Crowdfunding-Kampagne kein Selbstläufer.
Mittlerweile gibt es täglich neue Projekte und Geschäftsideen, die um die privaten Unterstützer kämpfen – da muss man sich als Existenzgründer schon etwas einfallen lassen, um aus der Masse heraus zu stechen. Lassen Sie sich am besten vorab beraten, was genau Sie beachten müssen, um erfolgreich Startkapital für Ihre Selbständigkeit zu sammeln. Einige Unternehmensberater verfügen über jahrelange Erfahrung mit Crowd-Finanzierungen und können Sie bei Ihrer Kampagne kompetent beraten. 

Was haben die Investoren von ihrer Unterstützung für mein Unternehmen? 

Beim Crowdinvesting geht es für die Investoren ganz klar darum, von Ihrem Gewinn in der Zukunft zu profitieren. In der Regel wird für ein bestimmtes Investment ein Beteiligungssatz festgelegt, damit alle Seiten wissen, woran sie sind. Für Sie als Existenzgründer besteht wenig Risiko, denn wenn Sie keinen Gewinn erzielen, müssen Sie auch nichts abgeben. Natürlich ist das Ziel, erfolgreich zu werden und Geld zu verdienen. Das Hauptrisiko liegt hier aber eindeutig bei den Investoren.
Crowdlending bietet Privatpersonen die Möglichkeit, einen gewissen Betrag als Kredit zu gewähren. Dieser muss in einem bestimmten Zeitrahmen inklusive Zinsen zurückgezahlt werden, um diese Zinsen geht es den Investoren. Oft wird festgelegt, dass die Rückzahlung erst dann beginnt, wenn das Geschäft Gewinne abwirft – das ist aber nicht immer so. Existenzgründer sollten die Konditionen entsprechend gründlich vorab lesen und ggf. Änderungen mit dem Kreditgeber besprechen. So bleibt auch hier das finanzielle Risiko gering.
Beim Crowdfunding geht es im Normallfall nicht um eine finanzielle Beteiligung der Unterstützer am eigenen Unternehmen. Vielmehr möchten sie Teil des Projektes werden oder einfach eine aus ihrer Sicht gute und förderungswürdige Idee unterstützen. Viele Existenzgründer machen ihre Förderer auch zu besonderen „VIP“-Kunden, die bestimmte Vorteile gegenüber anderen Kunden genießen. Wird etwa ein Buchprojekt unterstützt, wird der Förderer sich sicher über eine signierte Ausgabe freuen. Das Dankeschön an die Crowd ist eher ideeller Natur und weniger ökonomisch ausgerichtet. Dafür sind die Einzelbeträge in der Regel niedriger und man muss länger sammeln als bei den anderen beiden Crowd-Optionen. Lassen Sie sich auf jeden Fall beraten, welche der drei Optionen für Sie die beste ist. 

1a-STARTUP berät Existenzgründer auch bei den Themen Crowdfunding, Crowdlending und Crowdinventing 

Dagmar Schulz, Gründerin und Inhaberin von 1a-STARTUP aus Düsseldorf, hat als Unternehmensberaterin mit Schwerpunkt Existenzgründung viele angehende Selbstständige auf ihrem Weg begleitet. Die Finanzierung, etwa über Crowdfunding, ist dabei in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Auch aus persönlicher Erfahrung
Auch aus persönlicher Erfahrung ist 1a-STARTUP mit dem Thema Schwarmfinanzierung bestens vertraut und kann hier hilfreich zur Seite stehen. Nehmen Sie einfach unverbindlich Kontakt auf und starten auch Sie mit Hilfe der Crowd erfolgreich in Ihre Selbständigkeit.
Aktuelles Crowdfunding Projekt ist der Düsseldorfer Unternehmerinnenrpreis.