Wie komme ich an Geld für meine Existenzgründung, wenn die Bankfinanzierung oder der Förderkredit für mich nicht in Frage kommen? Mit dieser Frage beschäftigen sich immer mehr Existenzgründer. Eine mögliche Alternative: Neben den sogenannten Business Angels erfreut sich mittlerweile auch das bereits in den USA erfolgreiche „Crowdfunding“ in Deutschland immer größerer Beliebtheit.


Das Prinzip hinter der zu Deutsch als „Massenfinanzierung“ oder „Schwarmfinanzierung“ zu bezeichnenden Finanzierungsart ist schnell erklärt: Startups, Mittelständler oder Gründer präsentieren ihre Geschäftsidee, ihr Projekt oder ihr Produkt auf einer Onlineplattform. Interessierte Investoren können dann zur Unterstützung der Idee einen bestimmten Geldbetrag zur Verfügung stellen. Das gleiche System gilt fürs Crowdinvesting – eine Variante des Crowdfunding-Prinzips, die sich speziell an Kleinanleger richtet.

Das Angebot und das Interesse an den sogenannten Crowdfunding-Plattformen ist sehr groß. Sowohl international als auch in Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, auf denen Gründer für ihre Idee, ihre Produkte oder ihr Projekt werben können. So ist es möglich, Interessenten zu finden, die sich mit unterschiedlichen Summen an der Unternehmung beteiligen.

Auch die stillen Teilhaber profitieren vom Crowdfunding

Die Gegenleistungen für die „stillen Teilhaber“ können ganz unterschiedlich ausfallen. Einige Startups gewähren ihren Investoren z. B. eine Verzinsung für das eingesetzte Kapital oder die beteiligte „Crowd“ wird gegenüber der späteren Nutzerschaft bevorzugt behandelt. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Kleininvestoren innerhalb des Projektes namentlich Erwähnung finden – das hängt ganz von jedem einzelnen Projekt und den Beziehungen zwischen Gründern und Investoren ab.
Generell lässt sich das Crowdfunding-Prinzip in drei Varianten unterteilen:

•    Crowdfunding:
Beim Crowdfunding wird in bestimmte Produkte und Projekte investiert. Ganz egal ob es sich dabei um innovative Produkte, Filmprojekte oder eine neue Onlineshop-Idee handelt: Die meist privaten Geldgeber erhalten für ihr finanzielles Engagement im Gegenzug häufig Produkte, Zusatzmaterial oder sie werden ganz konkret im Zuge der Veröffentlichung genannt oder geehrt.

•    Crowdinvesting:
Beim Crowdinvesting wird von Investorenseite gezielt in Startups und Unternehmen investiert. Dabei erwarten die Investoren in den meisten Fällen einen langfristigen finanziellen Vorteil in Form einer Rückzahlung oder Verzinsung. Hierbei stellen Investoren partiarische Darlehen in kleinen bis mittleren Summen zur Verfügung. Das bedeutet, dass sie nicht nur oder gar nicht mit Zinsen vergütet werden, sondern dies im Wesentlichen über eine Gewinnbeteiligung (oder auch Umsatzbeteiligung) geschieht.

•    Crowdlending:
Das Crowdlending bezeichnet über das Internet vermittelte Kredite, die von Privatpersonen an andere Privatpersonen oder Unternehmen vergeben werden. Anleger können in Projekte von Unternehmern investieren, so zum Beispiel in die Entwicklung neuer Produkte oder in den Aufbau neuer Vertriebswege. Der Unternehmer erhält einfach und vergleichsweise unbürokratisch zusätzliches Fremdkapital, die Investoren erhalten monatliche Rückzahlungen aus Zins und Tilgung.

Ist Crowdfunding auch was für mich?

Für Start- ups und Kleinunternehmen ist Crowdfunding eine durchaus sehr attraktive, da weniger aufwändige Alternative zum Bankkredit. Denn die Online-Investoren sind meist mit einer kreativen, gelungen Vorstellung der Geschäfts- oder Projektidee zufrieden und ersparen dem Gründer zusätzliche Nachfragen nach Businessplänen oder anderen Sicherheiten. Aber auch für bereits etablierte Firmen kann diese Finanzierungsform interessant sein, z. B. um durch Crowdfunding eine innovative Idee oder ein Projekt zu finanzieren. Nebenbei wird durch die Online-Sammelaktion im Internet die Werbetrommel gerührt, sodass man zum Crowdfunding also auch automatisch etwas Online-Marketing dazu erhält.
Wichtig: Das hört sich alles ganz einfach an, jedoch ist für die erfolgreiche „Kampagne“ das eigene richtige Marketing auf den Plattformen entscheidend. Wie bei der Bankfinanzierung ist deshalb auch hier ein aussagekräftiger Businessplan erforderlich. 

Welche Crowdfundung Plattformen gibt es?

Kickstarter: der Klassiker
Auf der weltweit größten Crowdfunding-Plattform finden sich vor allem Unterstützer für kreative und für technische Projekte. Aber auch neben den gängigen Branchen Kunst, Musik, Literatur, Design, Fotografie oder auch Technologie finden hier immer wieder viele Anbieter die geeigneten Investoren.
www.kickstarter.com

Indiegogo: der Vielseitige
Auch Indiegogo gehört zu den weltweit größten Crowdfunding-Plattform. Das Besondere: Bei Indiegogo wird den Projektanbietern das von den Investoren gezahlte Geld sofort überwiesen.
www.indiegogo.com

Startnext – die größe deutsche Crowdfunding-Plattform
Startnext ist die größte Crowdfunding-Plattform im deutschsprachigen Raum. Der Hauptanteil der Projekte wird im künstlerischen und kreativen Bereich realisiert. Der Vorteil für Kapitalsuchende und deren Unterstützer: Die Nutzung ist kostenlos und 100% der Unterstützungsgelder gehen bei erfolgreicher Finanzierung ohne Abzug einer Provision direkt an den Gründer.
www.startnext.com

Eine Übersicht aller Crowdfunding Plattformen gibt es unter www.crowdfunding.de.