Richtig Startup Pitch lernen

Von Gründertreffen, Start-up-Meetings und -Events, Rheinland-Pitch, Kongressen und vielen anderen Veranstaltung rund ums Thema Start-up und Existenzgründung ist er nicht mehr wegzudenken: der Pitch, der oft als „Verkaufspräsentation“ oder „ Etat-Wettbewerb“ übersetzt wird.

Ursprünglich stammt der Begriff „pitchen“ aus der Agenturwelt: Diese treten im Rahmen eines Pitches in den direkten Wettbewerb mit anderen Agenturen, um den Etat eines bestimmten Kunden für sich zu gewinnen.

Mittlerweile ist diese öffentliche Präsentation aber auch in der Start-up-Welt ein sehr beliebter Weg, um Kontakt zu Unterstützern, Investoren oder Medien zu knüpfen. Und auch Gründungsinteressierte haben auf Gründermessen und anderen Start-up-Events oft die Gelegenheit, ihre Geschäftsidee möglichen Investoren und einem größeren Publikum vorzustellen. Deshalb ist es umso entscheidender sich im Vorfeld eines Events genau zu überlegen: Wie verhält man sich nun am besten, wenn ein Pitch bevorsteht und wie schafft man es dabei, das Publikum möglichst zu begeistern?

Listen to your heart!

Klar, bei einem Pitch geht es auch um die Darstellung von Zahlen und Fakten. Noch viel wichtiger ist es aber, dass Sie den Nerv der Zuhörer treffen, dass Sie es schaffen, diese mit Ihrer Idee zu packen und zu begeistern. Deshalb ist es ganz entscheidend, die Sinne der Zuhörer und Zuschauer anzusprechen, den Pitch zu einem kurzweiligen „Erlebnis“ zu machen. Lassen Sie die Zuschauer Ihr Produkt schmecken, tasten, riechen oder – wenn das nicht möglich – zeigen Sie ein kurzes Video oder erzählen Sie Ihre Geschichte in kurzen, spannenden Steps! Das ist es doch, was das Publikum interessiert. Sie wollen hören, wie Sie beabsichtigen, eine Aufgabenstellung möglichst kreativ „anzupacken“ und zu lösen. Was die Menschen und auch die Investoren interessiert, ist die Geschichte und Story zu Ihnen und Ihrem Unternehmen. Können Sie damit überzeugen?

Keep it simple! 

Versetzen Sie sich ruhig mal in die Situation der Jury oder des Gremiums, vor dem Sie Ihre Präsentation halten. Welche Präsentation wird diesen wohl am ehesten im Kopf bleiben? Meist ist es nicht der Pitch, der auf die Darstellung komplizierter Zusammenhänge und Geschäftsideen setzt. Wichtiger ist es stattdessen,  die Idee möglichst simpel und einprägsam zu halten. Das gilt vor allem auch dann, wenn Sie Folien in Ihrem Pitch verwenden. In diesem Fall ist es wichtig, die alles entscheidende Folie dabei zu haben, die den Kern Ihre Geschäftsidee beschreibt. Wenn Sie es schaffen, dass sich diese Kernaussage bei Ihrem Publikum festsetzt, dann haben Sie es geschafft, nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben.

Drei wichtige Pitch-Varianten im Überblick

1.    Das Pitch Deck – mit der richtigen Präsentation zum Erfolg!
Eine Pitchdeck ist eine möglichst kurze Präsentation, die auf den Punkt genau Ihre Geschäftsidee und Ihr Modell in Form von Folien darstellen soll. Auch bei einem Pitchdeck gilt: Weniger ist eindeutig mehr. Damit die Zuhörer Ihnen so gebannt wie gewünscht folgen, wird der Einsatz von ca. 10-13 Folien empfohlen. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, die Aufmerksamkeit der Zuhörer in den ersten drei Minuten Ihres Pitches zu nutzen. Gestalten Sie einen freien und lebendigen Vortrag und überladen Sie Ihre Folien nicht. Eine Kernaussage pro Folie ist genau die richtige Menge, zudem sollten Sie Ihre Präsentation nicht zu textlastig gestalten. Klingt nach einer schweren Aufgabe – muss es nicht sein! Wenn Sie selbst von Ihrer Geschäftsidee und Ihrem Können voll und ganz überzeugt sind, dann transportieren Sie diese Begeisterung auch weiter. Hier geht es auch immer um die besondere Überzeugungskraft und die Art und Weise, wie Sie es schaffen, andere zu begeistern und zur Handlung zu bewegen.

Ein möglicher Aufbau eines Pitch Decks:
1. Einführung: Wer präsentiert hier eine Geschäftsidee und warum?
2. Team: Wer steht hinter der Geschäftsidee?
3. Problem: Welches Problem löst das Produkt bzw. die angebotene Dienstleistung?
4. USP: Was macht das Produkt einzigartig? Ist es eine Lösung am Markt?
5. Lösung: Wie soll das Produkt das dargestellte Problem lösen (Funktionen und Mehrwert?)?
6. Produkt: Wie funktioniert das Produkt / die Dienstleistung genau? Mit welcherTechnologie?
7. Lösung: Kurze und prägnante Darstellung der Lösung.
8. Marktvolumen: Wie groß ist der Markt für das Vorhaben?
9. Wettbewerb: Wer sind die Konkurrenten und wie lösen diese das adressierte Problem?
10. Geschäftsmodell: Wie soll mit dem Produkt Geld verdient werden?
11. Investoren: Wie hoch ist der Finanzierungsbedarf für die Umsetzung, Skalierung und Pflege des Produkts?
12. Kontakt: Wer ist der wichtigste Ansprechpartner für Investoren und wie kann man ihn erreichen?

2.    Der Elevator Pitch – von Null auf Hundert in nur 30 Sekunden!
Mit dem Elevator Pitch („Aufzugspräsentation“) wird die kürzeste Variante des Pitchens  bezeichnet. Hier geht es darum, innerhalb von ca. 30 Sekunden einen zusammenfassenden und informativen Überblick der Geschäftsidee bzw. des Startups zu präsentieren und mögliche Investoren so von der eigenen Idee zu überzeugen. Die Bezeichnung „Elevator Pitch“ geht zurück auf die Tatsache, dass Unternehmer früher oft nur in kurzen Aufzugsfahrten die Möglichkeit hatten, erfolgreiche Geschäftsleute für ihre Ideen zu gewinnen. Ganz egal, ob in der klassischen „Fahrstuhlsituation“ oder wo man sonst auf mögliche Investoren treffen könnte: Häufig hat man nur wenige Sekunden Zeit, um das Interesse eines potentiellen Investors zu wecken. Beim Elevator Pitch werden keine zusätzlichen Unterlagen oder Präsentationen (Power Point etc.) verwendet, da diese eher hinderlich sein würden.

3.    High-Concept Pitch – ein Satz genügt!
Mit einem High-Concept Pitch fassen Sie die Geschäftsidee zu Ihrem Unternehmen in einem Satz zusammen. Da man ähnlich wie auf der Social Media Plattform Twitter nur sehr wenige Zeichen und Worte zur Verfügung hat, wird diese Art des Pitchens auch gerne als „Twitter-Pitch“ bezeichnet. Hier kommt es vor allem auf eine kurze und verständliche Ausdrucksweise an, damit jeder auf Anhieb die Grundidee versteht. Eine häufige Form ist der „Wir sind das X für Y“-Ansatz.

Viel Spaß und Erfolg wünscht Ihnen Ihre Dagmar Schulz - Inhaberin 1a-STARTUP.