Unternehmerinnenbrief Unterlagen


Noch immer gründen Frauen seltener als Männer ein eigenes Unternehmen. Aber sie holen auf. Lag ihr Anteil in 2010 noch bei 37 Prozent, stieg er, so ein Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, in 2011 schon auf über 40 Prozent.
Ihren Beitrag dazu leisten auch Gründerberaterinnen wie Dagmar Schulz, Inhaberin 1a-STARTUP, die in speziell auf Frauen ausgerichteten Seminaren und Workshops in Düsseldorf das nötige Wissen vermitteln.

Erfolgreich gestartet und mit dem Unternehmerinnen Brief NRW ausgezeichnet - hier die beiden Erfolgsberichte. 

Monika Norden „Mein Schuhladen“
Vor einem Jahr ging alles los. Doch Zeit zum Innehalten, rückblickend oder gar „Geburtstag feiern“ hatte Monika Norden bisher noch nicht. Zu viel zu tun, rund um ihre Geschäfte „Mein Schuhladen“ und „Nordenkids“. Begonnen hat alles vor vier Jahren mit der Idee, in Erkrath ein Schuhgeschäft zu eröffnen. Monika Norden machte eine Umfrage unter Freunden und Bekannten, schließlich unterstützt von einer Unternehmensberatung eine gezielte Marktanalyse, die den ersten Eindruck bestätigte: „Hier fehlt schon lange ein Schuhgeschäft.“
Es folgten ein Praktikum in einem Schuhgeschäft und ein Fernlehrgang, schließlich ein Businessplan und der Gang zur Bank. Denn der Wareneinsatz im Handel ist groß, ohne Fremdfinanzierung wäre die Gründung nicht möglich gewesen. Ihr Traum – das war eher der Wunsch nach einem eigenen Unternehmen.
Schon in der väterlichen Sattlerwerkstatt hatte es ihr der Geruch von Leder angetan. Monika Norden wollte mal Sattlerin und Polsterin werden, in einer Zeit, in der Mädchen in diesem Beruf nicht ausgebildet wurden. Also wurde sie Zahnarzthelferin, führte viele Jahre später doch den Betrieb des Vaters weiter. Zehn Jahre lang sammelte sie dann Erfahrungen in einem Call Center und übernahm dort schnell Verantwortung. „Das waren meine Lehrjahre“, sagt sie im Rückblick. Personalführung, Marketing, Vertrieb waren die Themen, in denen sie sich weiterbildete und schließlich realisierte: „Damit würde ich gern wieder was Eigenes machen.“

Das hat sie im September 2011 mit „Mein Schuhladen“ getan. Hier ist alles auf Schuhe ausgelegt – vom Sessel über die Tapete bis zur Nascherei für die Kundinnen und Kunden. Und die stehen hier im Mittelpunkt. Mit ihrem Konzept setzt die Einzelhändlerin auf Nähe. „Ich warte nicht, dass die Menschen kommen, ich gehe zu ihnen.“ Hausbesuche gehören ebenso zum Service der Unternehmerin wie die Kooperation mit einer Fußpflegerin, die zweimal wöchentlich vor Ort ist. Gemeinsam mit lokalen Modegeschäften veranstaltet „Mein Schuhladen“ regelmäßig Modenschauen und sorgt so für lebendige Netzwerke. Im Juni wurde die 53-jährige für die Umsetzung dieser Pläne mit dem Unternehmerinnenbrief NRW ausgezeichnet.

Da startete gerade ihr neustes Projekt. Sie eröffnete gleich nebenan „Nordenkids“. Ein Schuhgeschäft rund um Kinderfüße. Und dass die kleinen Kunden hier im Mittelpunkt stehen, beweisen nicht nur die angebotenen Schuhe und die speziellen Fuß-Messgeräte, sondern auch das bunt gestaltete Spielzimmer. Hier können die Kleinen sich austoben und den Eltern erleichtert es den Einkauf. Unterstützt wird Monika Norden in ihren beiden Geschäften von drei Angestellten.

Geschwister Anne Pauli und Birgit Schmitz-Pauli –mangelware GmbH
Die komfortable Lösung für ein gepflegtes Tischambiente, das ist „mangelware“. Für jeden Event die passenden Tischdecken, Mundservietten, Tischläufer, Stuhl- und Stehtischhussen – Die Geschwister Pauli kleiden jede Festlichkeit mit Mietwäsche ein. Ein schönes gepflegtes Tischtuch macht Eindruck und schafft Atmosphäre. Birgit Schmitz-Pauli (46 Jahre) und Anne Pauli (49 Jahre) haben die Firma mangelware GmbH in Hilden im Juni 2011 gegründet.

Dabei konnten sie auf langjährige Erfahrung in der Branche bauen: Anne Pauli ist  Diplomingenieurin Textil und Bekleidung sowie Textilreinigermeisterin und war lange Zeit Produktionsleiterin in Großwäschereien. Birgit Schmitz-Pauli ist gelernte Industriekauffrau und war vor der Selbstständigkeit Betriebsleiterin und Prokuristin ebenfalls in Großwäschereien. Sie haben die Entwicklung in der Branche mit Sorge betrachtet, den Trend zur Quantität statt Qualität. Die Bearbeitung und das Controlling machen die Frauen gemeinsam, ansonsten übernimmt Anne Pauli eher den kreativen Teil der Arbeit, während Birgit Schmitz-Pauli für die kaufmännischen Aufgaben und den Vertrieb zuständig ist.
Schon länger hatten die beiden Frauen mit dem Gedanken gespielt, sich selbstständig zu machen. „Wir haben immer festgestellt, dass hochwertige Tischwäsche bei großen industriellen Wäschereien eher stiefmütterlich behandelt wird.“ Zwei Jahre lang konkretisierte sich die Idee, die konkrete Planung startete Mitte 2010.

Nach einer ausführlichen Marktanalyse und die Unterstützung durch einen Gründercoach beschlossen sie diese Lücke zu schließen. Das Motto dabei lautete „Klasse statt Masse“.  Flexibilität, schnell auf Trends zu reagieren und besonders auf Kundenwünsche einzugehen, dass ist mangelware. Service kommt an, vor allem neben dem großen Kundenanteil an Cateringunternehmen kommen immer mehr Privatpersonen, die ihre Feste in eigens gemieteten Räumlichkeiten selber organisieren. Die Ausrichter sind für jede Unterstützung dankbar. Tischwäsche ist ein Aushängeschild. Es war auch für das junge Unternehmen eine schöne Bestätigung ihrer Strategie, als direkt zur Firmengründung ein örtliches alteingesessenes Hotel von einer Großwäscherei die Bettwäsche reinigen lässt, die Tischwäsche jedoch von der Fa. mangelware mietet und für die Qualität auch einen höheren Preis zahlt.
Ziel der beiden Schwestern ist es sich langfristig zu vergrößern, aber den Fokus weiterhin auf hohe Qualität und einen perfekten Service zu richten.

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